Plädoyer für Zivildienst und Katastrophenschutz
174 Tiroler Bürgermeister setzen sich unter dem Vorsitz des Galtürer Gemeindeoberhauptes Toni Mattle für einen zuverlässigen Katastrophenschutz und Zivildienst ein. „Es ist mir ein Anliegen als schicksalsgeprüfter Bürgermeister, die Sichtweise der Bürgermeister zum Ausdruck zu bringen“, betonte Mattle im Rahmen des Pressegespräches am 12.12.2012 in Innsbruck. Es gebe in Tirol noch 11 Kasernen: „Ich finde es bedenklich, dieses Potenzial einfach aufzugeben. Nur so kann man im Katastrophenfall schnell vor Ort sein. Für die Menschen ist das auch psychologisch sehr wichtig.“
Der Virger Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler, dessen Gemeinde im heurigen Sommer eine Murenkatastrophe zu bewältigen hatte, sieht Österreich im Katastrophenfall gut aufgestellt: „Die Virger konnten selbst nur 2 bis 3 Tage helfen, bevor sie wieder zur Arbeit mussten. Das Bundesheer gab da Hoffnung. Da standen der Doktor und der Handwerker in einer Kette und gaben sich die Kübel mit dem Dreck in die Hand. Und die Zivis betreuten das Notquartier.“
Die Haller Bürgermeisterin Eva Posch betonte den gesellschaftspolitischen Aspekt der Wehrpflicht in Kombination mit dem Zivildienst. „Fällt die Wehrpflicht, gibt es auch keinen Zivildienst mehr. Bei über 1 200 Zivildienern in Tirol würden enorme Kosten auf uns zukommen.“ Posch brach eine Lanze für die Beibehaltung des jetzigen Systems: „Das jetzige System aus Bundesheer und Zivildienst ist stark in der Bevölkerung verwurzelt. Männer aus allen gesellschaftlichen Schichten und mit verschiedener Ausbildung lernen sich kennen und haben laufend mit der Bevölkerung Kontakt. Das ist ein sozialer Kitt für unsere Bevölkerung.“
Der Leiter des Roten Kreuzes Innsbruck, Johannes Ellmerer, betrachtete den Zivildienst aus Sicht der Zivildiener: „Die Zivis lernen fürs Leben. Das ist wertvoll für alle. Sie haben alle eine positive Motivation und machen größtenteils freiwillig weiter. Sie bekommen eine Ausbildung und wechseln nach den gemachten Erfahrungen gerne in soziale Bereiche – insgesamt also eine wertvolle Einrichtung für unsere Gesellschaft. Interessant ist außerdem auch, dass die Zivildiener nach geleistetem Dienst größtenteils für die Beibehaltung der derzeitigen Regelung sind.
Text und Foto: Journal/Sulzenbacher