Bürgermeister fordern mehr Geld für Nationalpark
Die Bürgermeister von Kals, Prägraten und Virgen betonten am Vortag der Angelobung des neuen Umwelt-LR Mag. Thomas Pupp, dass sie große Hoffnungen in ihn setzen.
Als Nachfolger von LH-Stv. Hannes Gschwentner wird Mag. Thomas Pupp heute Mittwoch, 3. Oktober 2012, als neuer Landesrat angelobt. In seine Ressortzuständigkeit fallen der Natur- und Umweltschutz und damit auch Schutzgebiete wie der Nationalpark Hohe Tauern. Am Vortag der Angelobung des neuen Landesrates, der auch Landesvorsitzender der Naturfreunde Tirol ist, traten die Bürgermeister Klaus Unterweger aus Kals, Anton Steiner aus Prägraten und Ing. Dietmar Ruggenthaler aus Virgen an die Öffentlichkeit. Die drei Bürgermeister verbindet, dass in ihren Gemeinden Wasserkraftwerke projektiert oder in Umsetzung sind. In Virgen und Prägraten betreiben Ruggenthaler und Steiner intensiv ein Wasserkraftwerks-Projekt an der Isel, in Kals ist das Kraftwerk Haslach im Entstehen.
Alle drei Bürgermeister verwehrten sich beim Gespräch unter dem Titel „20 Jahre Nationalpark – wie geht es weiter?“ vehement gegen „Einmischung von außen“, besonders von Naturschutzorganisationen. Sie forderten insbesondere auch, dass außerhalb der Nationalparkgrenzen Wasserkraftwerke in Zukunft weiterhin möglich sein müssten. „Wir stellen ohnehin schon viel Grund für den Nationalpark zur Verfügung, dass die gesamte Isel Natura-2000-Gebiet werden soll, halte ich nicht für richtig“, sagte Klaus Unterweger. In die gleiche Kerbe schlug Dietmar Ruggenthaler: „Im Nationalpark gelten ohnehin schon strenge Regeln, außerhalb der Schutzgebietsgrenzen müssen Wasserkraftwerke und damit eine wirtschaftliche Entwicklung möglich sein.“
Bgm. Anton Steiner: „Ich wünsche mir, dass für den Tiroler NP-Anteil in Zukunft wie in Kärnten und Salzburg rund vier Millionen Euro an Mitteln zur Verfügung stehen.“
Kritisiert wurde von den drei Iseltaler Bürgermeistern auch, dass für den Nationalpark immer weniger Geld zur Verfügung gestellt werde. „Die Mittel für den Nationalpark sind seit Einbringung des Tiroler Anteils vor mehr als 20 Jahren nicht dem Index angepasst worden, das bedeutet, dass heute real 50 Prozent weniger an Förderungen für die Region zur Verfügung stehen“, erklärte Ruggenthaler. Prägratens Bürgermeister Anton Steiner setzt, was den Nationalpark betrifft, große Hoffnungen in den neuen Landesrat. „Pupp hat als Marketingprofi sicher das Potenzial, um den Nationalpark gemeinsam mit uns weiterzuentwickeln“, so Steiner.
Bgm. Klaus Unterweger: „Es kann nicht sein, dass der Nationalpark Spielwiese für Naturschutzorganisationen ist, und dass von außen versucht wird, eine Käseglocke über die ganze Region zu stülpen.“
Auch der St. Jakober Bürgermeister und FPÖ-Landesparteiobmann Mag. Gerald Hauser schloss sich der Forderung nach mehr Mitteln für den Tiroler Anteil des Nationalparks Hohe Tauern an. „Wenn die Sache seriös und ernst gemeint ist und wenn es sich nicht um einen Wahlkampfgag handelt, hätte für den beginnenden Budget-Landtag ein Antrag eingebracht werden müssen“, so Hauser in einer Aussendung. Die FPÖ Tirol werde jedenfalls einen Antrag auf erhöhte Nationalparkförderung einbringen. „Ich bin schon gespannt, ob die Regierungsparteien ÖVP und SPÖ den FPÖ-Antrag unterstützen werden“, merkt Hauser abschließend an.
Text: Redaktion, Foto: Journal/Sulzenbacher

