Bürgerbefragung zu künftigem Stadtverkehr

Wer wann, womit und wo in Lienz unterwegs ist, möchte die Stadt zur Entwicklung eines zukünftigen Mobilitätskonzepts von ihrer Bevölkerung mittels Fragebogen erfahren.

Ein Fragebogen für jeden der insgesamt 5 880 Lienzer Haushalte sowie eine gezielte Analyse des konkreten Mobilitätsverhaltens ausgesuchter Haushalte sollen die Grundlage für das neue moderne Mobilitätskonzept der Stadt Lienz bilden. Vizebürgermeister DI Stephan Tagger, Umweltausschuss-Obmann Andreas Hofer und Stadtmarketingchef Oskar Januschke präsentierten gestern das Projekt zur Entwicklung der Verkehrsführungen in Lienz, das mit breiter Beteiligung der Bevölkerung in vier Schritten umgesetzt und bis zum Frühjahr 2014 abgeschlossen werden soll. In die Planungen mit eingebunden ist auch das Grazer Verkehrsplanungsbüro Hochkofler sowie die Universität für Bodenkultur in Wien.

Anhand des Fragebogens, der auch im Bürgerservice bzw. in der Umweltabteilung der Stadt Lienz erhältlich ist, haben die Bürger die Möglichkeit, von der Parkplatz- bis zur Lärmsituation relevante Aspekte ihres Verkehrsalltages zu beurteilen und auch ihre Wahl des Verkehrsmittels mitzuteilen. Im nächsten Schritt werden ausgewählte Haushalte einen Tag lang ganz genau bei ihren Bewegungen im öffentlichen Verkehr beobachtet und analysiert sowie eine Wegeanalyse erstellt. Das alles mündet letztlich in Schritt drei, einer öffentlichen Präsentation der Ergebnisse sowie einer anschließenden Diskussion unter Einbeziehung der Bevölkerung. Der finale Schritt umfasst dann die Beratung und Beschlussfassung durch die zuständigen Gremien der Stadt und die konkrete Umsetzung des neuen Mobilitätskonzeptes.

Schon mit Beginn des nächsten Jahres neu geregelt wird die Parkraumbewirtschaftung der Stadt Lienz. Der Beschluss dazu fällt in der heutigen Gemeinderatssitzung. Konkret wird die Parkzeit in der gebührenpflichtigen Zone, die auf die gesamte Innenstadt ausgeweitet wird, verkürzt. Diese Maßnahmen habe man mit Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer ausführlich ausdiskutiert, so Vizebürgermeister DI Stephan Tagger.

Betrug die Parkdauer für 50 Cent bislang 60 Minuten, so sind es ab 2014 nur mehr 45 Minuten. Allerdings hat der Kunde die Möglichkeit, für weitere 10 Cent jeweils neun Minuten länger stehen zu bleiben, und so in kleinen Schritten an seine Bedürfnisse angepasst länger zu parken. Die maximale Parkdauer auf gebührenpflichtigen Parkflächen bleibt bei drei Stunden. „Wir hatten 2001 die letzte Anpassung der Parkgebühren,“ so Stadtrat Christoph Zanon, „das ist mehr oder weniger eine notwendige Indexanpassung.“ Für diese Umstellung investiert die Stadt knapp 54.000 Euro in den Kauf neun neuer Automaten sowie die Umstellung der Software bei den bereits bestehenden 23 Automaten.

Text: Redaktion, Foto: © Osttirol heute

09. Oktober 2013 um