Superschnelles Internet wird im Lienzer Talboden Realität
Nach zweijähriger Vorbereitungszeit beginnen am 18. April in Lienz und den 14 umliegenden Gemeinden die Bauarbeiten für die Breitbandversorgung mit Glasfaserkabel.
Die Gemeinden des Planungsverbandes 36, die unter der Dachmarke „Zukunftsraum Lienzer Talboden“ seit Jahren eng in der Standortentwicklung zusammenarbeiten, errichten in den nächsten beiden Jahren 67 km Hauptversorgungsleitungen – so genannte Backbones. Damit erhalten die Gemeinden des Lienzer Talboden das RegioNet und somit ein top-modernes Glasfasernetz. Die Gesamtkosten für die Backbones des Planungsverbandes belaufen sich auf 2,3 Mio. Euro. Parallel zu den Hauptleitungen errichten die 15 Gemeinden auf ihren Territorien unter Nutzung von Synergieeffekten im Tiefbau die Ortsnetze und passive Anlagenteile.
Bgm. LA DI Elisabeth Blanik: „Wir haben für die 42 km Hauptversorgungsleitungen im Stadtgebiet Nutzungsvereinbarungen für 31 km bestehende Leerverrohrungen mit dem Land Tirol, der TIWAG sowie der Stadtwärme Lienz abgeschlossen. Trotzdem werden nun Grabungsarbeiten notwendig, die zu Beeinträchtigungen im Straßenverkehr führen werden. Die ausführenden Unternehmen werden sich bemühen, diese so gering und zeitlich eingegrenzt wie möglich zu halten.“
In der Stadt Lienz hat der Gemeinderat einstimmig die Umsetzung des Masterplans „Ultraschnelles Internet“ in Kooperation mit den Talbodengemeinden beschlossen und damit die Voraussetzung für ein zentrales Infrastrukturprojekt geschaffen. Mit 3,2 Mio. Euro Gesamtkosten und Unterstützungen aus Förderungsprogrammen des Bundes und Landes entsteht in den nächsten Jahren in der Bezirkshauptstadt ein gemeindeeigenes Breitbandnetz mit einer Versorgungsauslegung für 95% des Stadtgebietes.
Bgm. Josef Mair: „Mit dem RegioNet stellen wir für BürgerInnen und die Wirtschaft künftig eine topmoderne Kommunikationstechnologie und digitale Erreichbarkeit bereit, die üblicherweise nur in großstädtischen Räumen angeboten werden.“
Die Bauarbeiten beginnen mit dem ersten Abschnitt in der Lienzer Innenstadt im Bereich Andrä-Kranz-Gasse, Graben-Gasse, Zwergergasse und Hauptplatz. Weitere Bauabschnitte in Richtung Pustertal, Iseltal und Drautal folgen in den Wochen darauf. Mit den Tiefbauarbeiten werden im ersten Schritt die bestehenden Leerrohre verbunden, Ergänzungsstrecken errichtet und die Verteilerkästen eingebaut. Zeitlich abgestimmt werden in die Leerrohre die Breitbandverbundrohre eingeblasen. Bei bestehenden Stadtwärmeanschlüssen werden in Abstimmung mit den Hauseigentümern kostenlos die Mikrorohre für den künftigen Breitbandanschluss eingebracht. In einem finalen Schritt werden dann für jene Betriebe und Haushalte, die sich für einen Anschluss an das RegioNet entscheiden, die Glasfaserleitungen von den Verteilerkästen aus direkt in die Betriebs- und Wohnobjekte eingeblasen und die Hausübernahmestelle installiert.
Mag. (FH) Oskar Januschke, Leiter des Stadtmarketings Lienz, koordiniert das Projekt RegioNet für die Bezirkshauptstadt und die Verbandsgemeinden.
Den digitalen Anschluss an das Breitbandnetz und die Versorgung mit Datenleistungen übernehmen die in einem Ausschreibungsverfahren ausgewählten Onlinedienstleister, so genannte Provider. Das sind die Firmen TirolNet und UPC, die beide eng mit regionalen Technikunternehmen zusammenarbeiten und damit den Kundendienst in allen Gemeinden anbieten können. Nähere Informationen unter www.zukunftsraumlienzertalboden.at/regionet
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Stadt Lienz/Lenzer
