Bleibt Osttirol von 2013 bis 2018 EU–Fördergebiet?
Im EU-Fördergebiet Osttirol wurden 2008 bis 2012 viele Projekte umgesetzt. 110 Millionen Euro an Fördermitteln flossen nach Osttirol. Was geschieht zukünftig?
Am Freitag, den 27.7.2012, luden der Tourismusverband Osttirol und die Osttirol Werbung Medienvertreter zu einer Pressekonferenz ein. TVB-Obmann Franz Theurl, Obmann-Stellvertreter LA Bgm. Dr. Andreas Köll, Aufsichtsratsvorsitzender Werner Frömel und Geschäftsführerin Barbara Nussbaumer stellten Zukunftspläne vor. Hauptthema dabei war, dass Osttirol auch in den nächsten Jahren, das heißt in der Periode 2013 bis 2018, EU-Sonderfördergebiet bleiben soll. Damit könnten viele neue Projekte umgesetzt und Osttirol sich wirtschaftlich und sozial weiterentwickeln. Eine hochrangige Tiroler Delegation unter der Leitung von Landtagspräsident DDr. Herwig van Staa wird im September 2012 nach Brüssel reisen und dort vorstellig werden. Nur wenn erreicht wird, dass die EU den Bezirk Lienz auch weiterhin als besonders förderungswürdig ausweist, können Land und Bund bis zu 30 Prozent der Investitionskosten für einzelne Projekte zuschießen. Von Osttiroler Seite werden der Delegation die drei Osttiroler Planungsverbandsobleute, Erwin Schiffmann (Sillian), Josef Mair (Lienzer Talboden) und Andreas Köll (Iseltal), sowie Vertreter des RMO angehören.
Als Vorgabe von Seiten des Landes Tirol haben die vier Tourismusregionen Osttirols eine Prioritätenliste für ihre Zukunftsprojekte aufgestellt, womit es nur noch eine bezirksweite Planung der touristischen, wirtschaftlichen, infrastrukturellen und sozialen Projekte gibt. In der Tourismusregion Lienzer Dolomiten stehen demnach Investitionen in den Golfplatz (9-Lochanlage), die Lienzer Bergbahnen AG (Speicherteich und Beschneiungsanlagen), den Flugplatzausbau in Nikolsdorf (Landebahn und Erweiterung) und in das Erlebnisbad mit einer Gesamtsumme von 40,5 Millionen Euro auf dem Plan. Im Hochpustertal sollen Mittel in ein Freizeitzentrum in Sillian, in einen Ausbau der Bergbahnen Obertilliach mit neuer Umlaufseilbahn, in eine Erweiterung des Skizentrums Hochpustertal-Sillian und in die Skischaukel Sexten-Sillian im Umfang von insgesamt 39 Millionen Euro fließen. Im Defereggental finden sich 6,5 Millionen Euro für die Thermennutzung und das Skizentrum St. Jakob auf der Prioritätenliste, in der Nationalparkregion Hohe Tauern Osttirol sollen 25 Millionen Euro in das Erlebnisbad Goldried und in den Ausbau der Skitalabfahrten nach Kals und Matrei investiert werden.
Aber auch in den Sozialbereich soll in den nächsten Jahren viel Geld fließen: 25 Millionen Euro in den Um- und Ausbau der Wohn- und Pflegeheime (Neubau in Nußdorf/Debant, Erweiterung in Sillian, Renovierungsmaßnahmen in Lienz und Matrei), 18 Millionen in das BKH Lienz und weitere Mittel in die regionale Förderung des Personenverkehrs. Außerdem möchte man in allen 33 Osttiroler Gemeinden kommunale und einzelwirtschaftliche Projekte in Handel, Gewerbe, Industrie und besonders in der Landwirtschaft fördern und auch ein Energieprogramm umsetzen.
Text und Foto: Josef Hilgartner