Bevölkerung des Virgentales arbeitet an Perspektiven
Eine Projektgruppe mit engagierten BewohnerInnen der beiden Dörfer Prägraten und Virgen arbeiten seit Mai an einem Perspektivenprozess für das Virgental.
Welche Maßnahmen können gesetzt werden, um das Virgental auch für künftige Generationen lebenswert zu machen? Wie begegnet man den ökonomischen, ökologischen, sozialen und demografischen Herausforderungen in der Region? In welchen Bereichen liegen Potenziale, welche konkreten Projekte können das Tal voranbringen? Solche und ähnliche Fragen stehen im Mittelpunkt eines Perspektivenprozesses, an dem Bewohnerinnen und Bewohner von Virgen und Prägraten seit Mai arbeiten. Fachlich begleitet wird die erste Phase der Ideenfindung vom Büro Revital.
In zwei Workshops hat sich die Gruppe auf die Aktionsfelder Landwirtschaft, Klima/Energie, Erholungsraum/Tourismus, Naturraum und Kulturraum geeinigt, an denen weitergearbeitet werden soll. Noch im heurigen Sommer wird der Prozess auf die gesamte Bevölkerung ausgeweitet. „Bürgerbeteiligung hat bei uns im Tal Tradition und sich schon vielfach bewährt. Die Virger Feldfluren, schönstes Blumendorf Europas, Dorfentwicklung und Zukunftsbild sind nur einige Beispiele. Zudem wurde von engagierten BürgerInnen ein Zukunftsbild Energie ausgearbeitet, das im vergangenen Jahr vom Virger Gemeinderat beschlossen wurde“, so Virgens Bgm. Ing. Dietmar Ruggenthaler.
Die gemeindeübergreifenden Initiativen „Familienfreundliche Gemeinde“ und „Vi-Tal Gesundsein im Virgental“ seien erfolgreiche Talprojekte, und beim Thema Wasserkraft Obere Isel sei die Bevölkerung umfassend eingebunden. „Wir haben den Perspektivenprozess ins Leben gerufen, weil uns bewusst ist, dass sich viele VirgentalerInnen über die Zukunft ihrer Heimat Gedanken machen. Nun sind sie herzlich eingeladen, ihre Ideen kundzutun und aktiv mitzuarbeiten“, so Bgm. Anton Steiner von Prägraten.
Die beiden Bürgermeister betonen, dass sie die Eigenmittel für die „Virgentaler Perspektiven“ selbst aufbringen wollen. „Diese könnten aus der Iselstiftung kommen, die ein Teil des Virgentaler Weges ist und in die Erlöse aus dem geplanten Wasserkraftwerk fließen werden. Sollte das Land Tirol befinden, dass dieses von der Bevölkerung mit großer Mehrheit befürwortete Kraftwerk nicht realisierbar ist, werden wir mit den Vertretern des Landes Gespräche über eine alternative Aufbringung von Eigenmitteln führen. Ideelle und finanzielle Unterstützung benötigen wir in jedem Fall“, so die beiden Virgentaler Bürgermeister abschließend.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Gemeinde Virgen
