Bergrettungs-Heim und Wildwasserpark auf Schiene
Bei der Lienzer Gemeinderats-Sitzung am 13. Oktober wurde das kombinierte Projekt, das in der Pfister entsteht, vorgestellt. Baurechte und Widmungen wurden beschlossen.
Auf den Grundstücken der Stadt Lienz in der Pfister wird das neue Vereinsheim der Bergrettung Lienz sowie ein Wildwasserpark entstehen. Dafür haben die Bergrettung Lienz und die Familie Prenn von der Firma Club Aktiv Mölltal (CAM) an einem gemeinsamen Projekt geplant. Bei der Gemeinderats-Sitzung am 13. Oktober wurde das Projekt vorgestellt, und es wurden Beschlüsse betreffend die Baurechtsverträge und die erforderlichen Widmungen gefasst.
Armin Prenn stellte zunächst seinen Teil des Projektes – den Wildwasserpark – vor. Die Firma CAM betreibt Outdoorzentren im Mölltal und in Osttirol (Ainet). Für den neuen Wildwasserpark in Lienz werde ein eigenständiges Unternehmen namens COOL’S (Center of Outdoor Sports Lienz) gegründet. „Es wird ein modernes Center entstehen, in das wir alle unsere Kompetenz im Wildwassersport mit Rafting, Canyoning, Kajak usw. einbringen werden. Eine Kajakschule ist genauso geplant wie ein Mountainbike-Verleih, eine kleine Kletterwand und ein Gastronomiebetrieb, der öffentliche zugänglich ist“, stellte Armin Prenn das Projekt vor. Lienz sehe er als „Wasser-Knotenpunkt“ mit ausgezeichneten Voraussetzungen für den Wildwassersport. Architekt DI Reinhard Madritsch stellte Details des auf den Wildwasserpark entfallenden Teil des Projektes vor. „Es entsteht ein ebenerdiges Gebäude mit einem kleinen Obergeschoß“, so Madritsch. Enthalten sind unter anderem ein Anmeldebüro, Umkleiden, Sanitäreinrichtungen und ein Shop. An der Isel wird ein Bootshaus gebaut. Investiert werden von der Firma COOL’S rund 500.000 Euro.
Das Projekt wurde von allen Gemeinderatsfraktionen als sehr gutes Projekt befunden. Für die Parzellen im Ausmaß von 1.007 m² (Wildwasserpark) und 83 m² (Bootshaus) wurde ein monatlicher Baurechtszins von 500 Euro monatlich auf 50 Jahre vereinbart. Grundsätzlich ist eine Nutzung in den Monaten Mai bis September geplant – eine Ausweitung im Frühjahr oder Herbst ist möglich. Auch die entsprechenden Widmungen wurden beschlossen.
Stephan Senfter, Ortsstellenleiter-Stv. der Bergrettung Lienz, stellte den von DI Stefan Thalmann geplanten Teil des Gebäudekomplexes vor. Die Bergrettung Lienz umfasst ein Einsatzgebiet von 16 Gemeinden und ist damit die größte Ortsstelle Tirols. 72 Bergretter sind derzeit aktiv, die Einsätze – aktuell 40 bis 50 pro Jahr – sind im Steigen begriffen. „Unsere derzeitige Unterbringung im Alpenvereins-Haus ist nicht mehr einsatztauglich. Es fehlen dort Parkplätze, Räumlichkeiten für Einsatzbesprechungen und Schulungen, und wir haben zu wenig Platz für die Ausrüstung“, berichtete Senfter von der derzeitigen Situation. Entstehen wird jetzt in der Pfister ein Heim mit Garagen, Materiallager, Funk- und Einsatzzentrale, Sanitäreinrichtungen sowie adäquaten Besprechungs- und Schulungsräumlichkeiten. „Es wird ein Zweckbau im Industriestandard werden. Kosten von 583.000 Euro sind vorgesehen. Die Hälfte wird über den Katastrophenfonds finanziert, wir bringen Eigenleistungen im Wert von rund 50.000 Euro ein, den Rest der Kosten tragen die Gemeinden“, so Senfter. Auf die Stadtgemeinde Lienz entfällt anteilsmäßig ein Betrag von 101.000 Euro.
Der Gemeinderat beschloss, der Bergrettung für den Grundstücksteil im Ausmaß von 347 m² ein Baurecht auf 99 Jahre für einen symbolischen Baurechtszins von 1 Euro pro Monat einzuräumen. Auch die erforderlichen Widmungen wurden beschlossen.
Text: Raimund Mühlburger, Visualisierung: Architekturbüro Madritsch


