Bauern thematisierten Agrarförderungen und Wahl

Die Spitzen des Tiroler Bauernbundes luden am 1. März, dem Tag des meteorologischen Frühlingsbeginns, zur Zukunfts-Diskussion in die RGO-Arena in Lienz-Peggetz.

Die derzeit laufenden Verhandlungen zur gemeinsamen Agrarpolitik auf europäischer Ebene standen im Mittelpunkt des Osttiroler Bauernparlaments, zu dem der Tiroler Bauernbund am 1. März 2013 in die RGO-Arena lud. LH-Stv. und Bauernbundobmann ÖR Anton Steixner und Bezirksbauernbundobmann Martin Mayerl standen den Landwirten Rede und Antwort, DI (FH) Walter Heidl, Präsident des bayerischen Bauernverbandes, zog Vergleiche zur deutschen Landwirtschaft. Bereits ausverhandelt ist, dass in der nächsten Finanzperiode 2014 bis 2020 knapp 1,26 Mrd. Euro pro Jahr für die heimische Landwirtschaft zur Verfügung stehen.

„Wir haben gut verhandelt. In der so genannten 1. Säule gewinnen wir in Tirol durch das Regionalmodell sogar massiv dazu. 106 Euro Förderung pro Hektar erhielten die Bauern pro Jahr bisher, in Zukunft werden es knapp unter 300 Euro sein“, zog Steixner eine positive Bilanz der Verhandlungen. Mitten in den Gesprächen stecke man derzeit bei der 2. Säule, wo die Ausgleichszahlungen für die Bergbauern und das Umweltprogramm für ökologische Bewirtschaftung zu finden sind. „Hier werden wir uns stark dafür einsetzen, dass für die Bergbauerngebiete, wo der Arbeitsaufwand massiv höher ist als etwa in den Gunstlagen in Ostösterreich, auch in Zukunft entsprechend hohe Förderungen fließen können“, betonte der Bauernbundobmann.

Ein weiteres Thema des Bauernparlaments war die bevorstehende Landtagswahl am 28. April 2013. Nach Lienz mitgekommen war auch Kathrin Kaltenhauser, die Landesleiterin der Jungbauernschaft/Landjugend, die hinter LH Günther Platter auf der ÖVP-Landesliste kandidiert. Als Bezirkskandidat in Osttirol hat der Bauernbund Martin Mayerl, Landwirt und Geschäftsführer des Maschinenrings, nominiert. „Ich halte Martin Mayerl nicht nur für einen fleißigen Bauern, der mit viel Herzblut in der Landwirtschaft und beim Maschinenring arbeitet, sondern auch für ein großes politisches Talent. Er ist der richtige Mann, der Osttirol und den Bauernstand kraftvoll im Landtag vertreten kann“, erklärte Steixner und versprach dem Osttiroler Bauernbundobmann die volle Unterstützung beim Vorzugsstimmen-Wahlkampf.

„1 700 Osttiroler Bauern arbeiten ernst und fleißig unter oft schwierigen Rahmenbedingungen als Bergbauern und im Nebenerwerb. Die Pflöcke für die nächste Förderperiode sind eingeschlagen. Eine gute finanzielle Unterstützung ist notwendig, obwohl die landwirtschaftlichen Zuwendungen vielfach in der Bevölkerung nicht gut ankommen und in letzter Zeit auch eine gewisse eigentumsfeindliche Stimmung gegenüber uns Bauern um sich greift“, sagte Mayerl. Den aktuellen Pferdefleisch-Betrugsskandal sieht er als Chance, die Konsumenten wieder mehr für die Herkunft der Lebensmittel und den Wert regionaler Produkte zu sensibilisieren. „Die Verbraucher haben Sehnsucht nach gesunden Lebensmitteln, von denen sie wissen, wo sie herkommen. Wir brauchen klare Kennzeichnungsregeln, wovon regionale Produkte und unsere kleinstrukturierte Landwirtschaft in den Berggebieten profitieren können“, so Mayerl.

Text: R. Mühlburger, Fotos: R. Mühlburger und Brunner Images

02. März 2013 um