B 100-Ausbau und Plöcken-Scheiteltunnel im Fokus

Die FP-Nationalräte Hauser und Angerer sprechen sich für eine Verbesserung der Verkehrsanbindungen für Oberkärnten und Osttirol aus. Pressegespräch am 28.7. in Lienz.

„Es ist nachzudenken, wie die wirtschaftliche Situation in Osttirol zu verbessern ist“, meinte der Osttiroler FPÖ-Nationalrat beim gestrigen Pressetermin in der Osttiroler Bezirkshauptstadt. Er wies auf die „weit über dem Tiroler Durchschnitt“ liegende Arbeitslosigkeit im Bezirk Lienz von 9,9 Prozent, die 4.000 Auspendler und die Abwanderung genauso hin wie auf den Nächtigungsrückgang im Tourismus in den vergangenen Jahrzehnten. „1991 gab es 2,3 Millionen Übernachtungen, im Vorjahr nur mehr 2 Millionen.“ Hauser weiter: „Wir benötigen einen wirtschaftlichen Aufschwung und dringend eine Verbesserung der Verkehrsanbindungen, die wir gemeinsam mit Oberkärnten in Angriff nehmen sollten.“ Es brauche eine bessere Anbindung an Norditalien, ein Schulterschluss Tirol-Kärnten sei gefragt. Die Plöckenstraße stelle keine zeitgemäße Verbindung dar und müsse im Winter des Öfteren gesperrt werden. Er, Hauser, trete für einen Plöcken-Scheiteltunnel ein. Wie der Politiker ausführte, gebe es einen einstimmigen Beschluss der Bezirksparteileitung der FPÖ Osttirol gegen eine Alemagna durch Osttirol. Transit- und zusätzlicher Schwerverkehr seien nicht gewünscht!

„Wir wollen keine Autobahn durchs Drautal“, stellte auch Nationalrat Erwin Angerer, Bürgermeister der Kärntner Gemeinde Mühldorf und Spitzenkandidat der FPÖ Kärnten bei der kommenden Nationalratswahl, fest. „Oberkärnten ist ein Abwanderungsgebiet mit hoher Arbeitslosigkeit.“ Der Stillstand beim Ausbau der B 100 sei für die Bevölkerung und die Wirtschaft ein unhaltbarer Zustand, ein zeitgemäßer Ausbau mit Umfahrungen der Ortschaften Greifenburg, Dellach und Berg notwendig. Zur Verbesserung der Verkehrsanbindungen an Norditalien müsse man, so Angerer, das Einvernehmen mit Italien herstellen. Er wolle ein gemeinsames Vorgehen von Italien, Osttirol und Kärnten für die Region über Parteigrenzen hinweg. Zur finanziellen Frage merkte NR Angerer an: „In den letzten Jahren sind, wie der Rechnungshof aufgezeigt hat, beispielsweise 3,4 Milliarden Euro ohne rechtliche Grundlage in den Ausbau der Wiener U-Bahn geflossen.“

Im Falle von Koalitionsverhandlungen mit der Freiheitlichen Partei würden die genannten Vorhaben eingefordert, hielt Gerald Hauser abschließend fest. Er sprach auch die Notwendigkeit von Verkehrslösungen für Lienz und Sillian an. Dazu äußerte sich auch der Lienzer Gemeinderat ÖR KR Josef Blasisker: „Ich fordere eine Unterflurtrasse. Die Realisierung einer Umfahrung sehe ich als unrealistisch an. Gefordert sind die Stadt Lienz und Bürgermeisterin Elisabeth Blanik.“

Text: Politikredaktion, Foto: Osttirol heute/A. Gasser

29. Juli 2017 um