Ausnahmen bei Maut am Felber werden verteidigt

Mit aller Vehemenz verteidigen die Felbertauernstraße AG, die ÖVP und die FPÖ die kostenlose Fahrt von Osttiroler Pkw durch den Felbertauerntunnel und Vergünstigungen.

Auf die neu aufgeflammte Diskussion um die Felbertauernmaut reagieren die Felbertauernstraße AG (FAG) und Parteifunktionäre von FPÖ und ÖVP. FAG-Vorstand Mag. Karl Poppeller sagte uns nach der Aufsichtsratssitzung der Straßengesellschaft am Dienstag, 11. November, dass Details der Neuregelung erst nächste Woche verlautbart würden. Nachdem einige Aufsichtsrats-Mitglieder nicht an der Sitzung teilnehmen konnten, müsse die Genehmigung von ihnen per Umlaufbeschluss eingeholt werden.

In einer Aussendung teilt die FAG nun mit, dass mit dem Beschluss eines neuen Mautsystems für Lkw und Busse zum 24. November 2014 die Forderungen der Europäischen Union umgesetzt würden. Die Tarife für Pkw blieben aber unverändert. „An der Freifahrt für Osttiroler und den Begünstigungen für Anrainer halten wir weiterhin fest, und wir werden unsere Tarifgestaltung vor der Europäischen Kommission mit guten Argumenten sowie der Unterstützung von Experten verteidigen“, betont Karl Poppeller, der auch Bürgermeister der Iseltaler Gemeinde Ainet ist. Osttirol sei durch seine Lage als Exklave mit der Felbertauernstraße als einzigem österreichischen Zugang zur Landeshauptstadt Innsbruck besonders zu behandeln.

Bei den Lkw gäbe es zu einer Umstellung des Mautsystems keine Alternative. Die EU habe die Begünstigung von Anrainern als diskriminierend und wettbewerbsverzerrend kritisiert. Um der heimischen Wirtschaft trotzdem nach wie vor den bestmöglichen Tarif anbieten zu können, hätte sich die FAG für ein Rabattsystem entschieden, beim dem Vielfahrer weniger Maut zahlen.

NR Bgm. Mag Gerald Hauser: „Ich war bisher der einzige Osttiroler Politiker, der das Problem mit der Schließung der Franz-Joseph-Kaserne und der Auflösung der 1. Jägerkompanie in Wien deponiert hat."

NR Bgm. Mag Gerald Hauser: „Ich fordere wegen der benachteiligten Lage unseres Bezirkes die Erhaltung der Pkw-Mautfreiheit für Osttiroler und den Erhalt der Begünstigungen und Tarifermäßigungen – wie den Lkw-Osttirol-Tarif.“

Eine Erhaltung der Mautbefreiung für Osttiroler Pkw und Begünstigungen für heimische Frächter fordert auch der FPÖ-Nationalrat und Bgm. von St. Jakob Mag. Gerald Hauser. „Osttirol ist Sonderfördergebiet. Das passt mit den Mautintentionen der EU nicht zusammen. Es darf keinen Kniefall vor Brüssel geben“, so Hauser. Es handle sich bei den Ermäßigungen und Befreiungen bei der Felbertauernmaut um sehr wichtige Anliegen für den Bezirk Lienz, und es gehe dabei auch um den Wirtschaftsstandort.

LA DI Hermann Kuenz: „

LA DI Hermann Kuenz: „Es muss alles getan werden, dass für uns Osttiroler die Landeshauptstadt auch in Zukunft ohne zusätzliche Straßenmaut erreichbar bleibt.“

Dass sich Landeshauptmann Günther Platter – er ist auch Vorsitzender des FAG-Aufsichtsrates – hinter die Osttiroler Pendler stelle und sich das Land gegen die drohende Maut-Klage der EU wehre, teilt der Osttiroler ÖVP-Landtagsabgeordnete DI Hermann Kuenz mit. „Für uns Osttiroler ist die Felbertauernstraße eine der Lebensadern, und viele Anrainer sind tagtäglich auf ihre Nutzung angewiesen. Die EU hebt ständig die überregionale Zusammenarbeit hervor und muss ihren Worten nun auch Taten folgen lassen. Sie darf Osttirol nicht durch eine Maut von Nordtirol abschneiden“, so Kuenz.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images, Osttirol heute/Mühlburger

 

 

13. November 2014 um