Assling, Tirols jüngste e5-Gemeinde, macht mobil
Die energieautarke, CO²-neutrale Muster-Gemeinde im Pustertal setzt ihren energiepolitischen Kurs fort und geht neue Wege in Richtung Mobilität und Energiesparen.
Die Osttiroler Assling hat ein wichtiges energiepolitisches Ziel bereits erreicht: Die rund 2 000 Einwohner zählende Ortschaft erzeugt selbst mehr Energie als in Summe verbraucht wird. Und unter Berücksichtigung aller Emissionen der ortsansässigen Unternehmen kann sich die Gemeinde nicht nur mit Stolz als energieautonom, sondern auch als CO²-neutral betiteln. Nun will man das erfolgreiche energiepolitische Engagement fortsetzen: Mit dem Beitritt zum e5-Landesprogramm stellt sich Assling neuen Herausforderungen und weiteren ambitionierten Zielsetzungen, vor allem in den Bereichen Energieeffizienz und Mobilität. „Die bisher realisierten Maßnahmen der Gemeinde Assling zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien haben absoluten Vorbildcharakter“, betonte LH-Stv. Josef Geisler bei der Überreichung der neuen e5-Ortstafeln an Bürgermeister Bernhard Schneider. Als energieautonome Gemeinde trage Assling maßgeblich dazu bei, die angestrebte Energieunabhängigkeit Tirols bis 2050 zu erreichen.
In der Pustertaler Gemeinde betreibt eine eigene Genossenschaft, das Elektrowerk Assling, mehrere Kleinwasserkraftwerke, genutzt werden aber auch Biogas und Biomasse zur Erzeugung von Wärme. Außerdem verfügt Assling mit der Errichtung von vier Fotovoltaik-Großanlagen durch das Elektrowerk Assling mit jeweils 500 kWp und 15 Kleinanlagen mit jeweils 5 kWp über den größten Fotovoltaikpark Tirols. Mit den so erzeugten 2,4 Millionen kWh können in Zukunft bis zu 600 Haushalte mit Strom versorgt werden. Aufgrund des hohen Nutzungsgrades erneuerbarer Ressourcen zur Energieversorgung hat die Gemeinde Assling bereits im Jahr 2011 eine renommierte und gut dotierte Auszeichnung – den ARGE-ALP-Preis – erhalten. Das Preisgeld von 10.000 Euro wurde in die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Lampenbetrieb investiert. „Unser Ziel ist es, nicht immer mehr Energie zu erzeugen, ohne darüber nachzudenken, wie wir Energie einsparen können“, erklärte dazu der Asslinger Bürgermeister. „Als Klimabündnis-Gemeinde und aktiver Teilnehmer am Projekt Énergiemodellregion Osttirol´ haben wir eine Vorreiterrolle eingenommen – diese wollen wir beibehalten und setzen uns deswegen sehr vehement für eine Minimierung des Energieverbrauches ein.“
Größten Handlungsbedarf sieht der Ortschef im Bereich der Mobilität. Als einen ersten Schritt in Richtung umweltschonende Mobilität wurde bereits im November 2012 ein Ruftaxi – das „Assling Mobil“ – auf Achse geschickt. Dank des Einsatzes zahlreicher ehrenamtlicher Fahrer und Fahrerinnen steht der Bevölkerung das Sammeltaxi Montag bis Freitag von 07.45 bis 12.00 Uhr und von 13.00 bis 18.00 Uhr (während der Winterzeit bis 17.00 Uhr) zu Verfügung. Das „Assling Mobil“ ist unter der Tel. 0680/4412181 erreichbar und kostet pro Person und Fahrt € 1,50. „Das kostengünstige Konzept ist voll aufgegangen“, so Bgm. Schneider. „Assling ist eine Berggemeinde mit vielen steilen Straßen und zahlreichen entlegenen Weilern. Das ‚Assling Mobil‘ wird häufig beansprucht. Vereine und Gasthöfe bieten z.B. diese Form der umweltschonenden kollektiven An- und Heimreise sehr gerne bei Veranstaltungen an, und es funktioniert hervorragend“, zieht Schneider Bilanz.
Text: Redaktion, Foto: Herbert Vergeiner
