Assling: Kraftwerk Lukasser erfolgreich revitalisiert
Strom für rund 550 Haushalte erzeugt das Kleinwasserkraftwerk am Kristeinbach. Der Betreiber und die LH-Stv. Geisler und Felipe freuen sich über die gelungene Revitalisierung.
Bereits 1984 hat Erwin Lukasser das erste Kleinwasserkraftwerk am Kristeinbach gebaut, seit Frühjahr 2014 ist die mit Hilfe von Wasser Tirol revitalisierte Anlage in Betrieb. Der Betreiber präsentierte gemeinsam mit den beiden Tiroler LH-Stv. ÖR Josef Geisler und Mag. Ingrid Felipe sowie DI Rupert Ebenbichler von Wasser Tirol und dem Asslinger Bgm. Bernhard Schneider, MBA, am Freitagvormittag, 20. Mai, das erneuerte Kraftwerk. „Ursprünglich diente die Anlage der Deckung des Strombedarfs für unsere Landwirtschaft. 1989 haben wir sie neu gebaut und dann noch einmal adaptiert. 2011 nahm ich die Beratungsförderung des Landes in Anspruch, weil ich das Kraftwerk optimieren wollte“, berichtete Erwin Lukasser.
Erwin Lukasser: „Ich wollte das Kraftwerk optimieren und habe deshalb die Beratungsförderung des Landes in Anspruch genommen.“
Mit geringfügigen Änderungen der bestehenden Anlage konnte die Stromproduktion um rund 7% gesteigert werden, und das obwohl in Summe eine höhere Pflichtwasserabgabe vorgeschrieben wurde. Auch eine Fischaufstiegshilfe wurde errichtet. „Sowohl die Ausbau- als auch die Restwassermenge konnten erhöht werden. Das revitalisierte Kraftwerk speist in das Netz des E-Werks Assling ein. Mit dem erzeugten Strom können rund 550 Haushalte versorgt werden“, so Rupert Ebenbichler von Wasser Tirol. Die höhere Energieausbeute bei gleichzeitiger Ökologisierung wurde durch die Umstellung auf eine 3-düsige Pelton-Turbine erreicht. Vor der Revitalisierung war die Turbine 2-düsig.
Rupert Ebenbichler: „Ohne derartige Maßnahmen drohen bei neuerlicher Bewilligung Einbußen bis zu 10%. Die bisherigen Revitalisierungen haben gezeigt, dass die Energieerzeugung um durchschnittlich 30% erhöht werden kann. Erwin Lukassers Kraftwerk ist nun wieder bis 2043 bewilligt.“
Als „altes Kulturgut“ bezeichnete LH-Stv. Josef Geisler die Tiroler Kleinwasserkraftwerke. Rund 850 derartige Anlagen gibt es in Tirol, 136 davon befinden sich in Osttirol. „Die Kleinanlagen liefern rund 25% unseres Stroms. Das Kraftwerk am Kristeinbach erzeugt ca. 2 Mio. Kilowattstunden jährlich. Erwin Lukasser leistet damit einen Beitrag zur Erreichung der Energieziele des Landes. Bis 2050 wollen wir in Tirol nämlich energieautonom sein, den Energiebedarf halbieren und unabhängig von fossilen Energieträgern werden“, so Geisler.
Bgm. Bernhard Schneider: „Wir können inzwischen die gesamte Gemeinde mit bei uns produziertem Strom versorgen. Wir sind bemüht, dass wir Projekte mit Außenwirkung umsetzen und hoffen, dass wir damit auch Nachahmer finden.“
Von einer Win-Win-Situation bei derartigen Revitalisierungen sprach LH-Stv. Ingrid Felipe. „Erwin Lukasser zeigt vor, dass durch die Revitalisierung von Anlagen die Energieausbeute steigt und gleichzeitig die ökologischen Vorschriften eingehalten werden können. In der letztjährigen Novelle des Naturschutzgesetzes haben wir den Erhalt der Kleinwasserkraft berücksichtigt, und ich hoffe, dass wir auch Hürden abbauen konnten“, so Felipe. 2011 hat das Land Tirol die Beratungsförderung für die Revitalisierung von Kleinwasserkraftwerken ins Leben gerufen. 120 Betreiber haben bereits daran teilgenommen. Für 53 Anlagen wurden Optimierungskonzepte ausgearbeitet.
Erwin Lukasser führte auch durch das Krafthaus seines Kleinwasserkraftwerkes am Kristeinbach.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger
