Thurn: 850.000 Euro in den Schutzwald investiert
Im Kammerlanderhof in Thurn thematisierten die Spitzen der österreichischen und Tiroler Landwirtschaftspolitik die Bedeutung des Waldes für den Schutz der Bevölkerung.
Folgenschwere Windwürfe und intensive Schneefälle in den Jahren 2000, 2006, 2008 bzw. Ende 2013 haben in der Gemeinde Thurn dazu geführt, dass ein Teil des Siedlungsgebietes von Lawinen bedroht war. Im Rahmen eines flächenwirtschaftlichen Projektes wurden rund 160.000 Bäume gepflanzt. 850.000 Euro betrug allein das Investitionsvolumen für dieses Schutzwald-Projekt, 680.000 flossen Förderungsmittel von Bund und Land. „Die Lawinengefahr ist nun gebannt, weil die Flächen wieder mit bis zu sechs Meter hohen Fichten, Lärchen und Laubhölzern bewachsen sind. Inklusive der Mittel der Wildbach- und Lawinenverbauung wurden rund 1,5 Mio. Euro investiert, um unser Dorf vor Katastrophen zu schützen“, so der Thurner Bgm. Ing. Reinhold Kollnig im Rahmen einer Landespressekonferenz mit Landwirtschaftsminister DI Andrä Rupprechter und LH-Stv. ÖR Josef Geisler am Montag, 20. Juli, im Kammerlanderhof.
Landwirtschaftsminister DI Andrä Rupprechter: „Durch die Einbringung von klimafitten Baumarten kann die Stabilität der Bestände und damit auch die Schutzwirkung des Waldes verbessert werden.“
Besonders hervorgehoben wurde auch, dass die örtliche Jägerschaft intensiv in das Projekt eingebunden wurde und durch die deutliche Erhöhung der Wildabschüsse das Verjüngungsziel im Schutzwald erreicht werden konnte. 2016 wird dieses Projekt voraussichtlich für den Alpinen Schutzwaldpreis Helvetia nominiert. „Die starken Nassschneefälle Ende Dezember 2013 haben in Osttirol zu starken Schneebruchschäden geführt. So fiel im Jahr 2014 Schadholz im Ausmaß von über 100.000 Kubikmetern an. Dieses wurde von den Eigentümern in Zusammenarbeit mit den Holzfirmen und uns zügig aufgearbeitet, sodass eine Massenvermehrung des Borkenkäfers verhindert werden konnte“, so DI Hubert Sint, Leiter der Bezirksforstinspektion Osttirol.
Osttirol ist zu 31% mit Wald bedeckt, davon sind 79 Prozent steile Schutzwälder. Gut ein Drittel dieser Schutzwälder schützt direkt darunter liegenden Siedlungsraum und Verkehrswege. „Um auf Dauer möglichst gut vor Naturgefahren zu schützen, braucht dieser Schutzwald intensive Betreuung und Pflege. Im Vorjahr wurden in Osttirol knapp 3,2 Mio. Euro in den Schutzwald investiert und die notwendigen Maßnahmen mit knapp 1,7 Mio. Euro gefördert“, berichtete LH-Stv. Josef Geisler. Landwirtschaftsminister Andrä versprach, auch in Zukunft genügend Geld für den grünen Schutzwald in Osttirol bereitzustellen. „Neben den Mitteln aus der Verordnung Ländliche Entwicklung kommen in allen Einzugsgebieten von Wildbächen und Lawinen vermehrt flächenwirtschaftliche Projekte – wie jenes hier in Thurn – zum Einsatz. Diese Maßnahmen basieren auf den neuesten Planungsinstrumenten – wie Laserscandaten und Waldtypisierung – und legen den Schwerpunkt auf Pflege und Aufforstung der Schutzwälder“, erklärte dazu der Landwirtschaftsminister.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger, BFI Osttirol

