15 Jahre „Virger Mobil“: Vorzeigeprojekt für nachhaltige Mobilität auf Gemeindeebene

Am 22. September 2005 wurde das „Virger Mobil“ im Sonnendorf Virgen aus der Taufe gehoben und hat sich bis heute zu einem Erfolgsmodell entwickelt. Virgerinnen und Virger können das Auto telefonisch für Zielorte innerhalb der Gemeinde anfordern.

Die Idee für ein „Virger Mobil” hatte Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler schon etliche Jahre vorher beschäftigt, schließlich war der Bedarf an Mobilitätsangeboten in Gesprächen mit BürgerInnen immer wieder ein Thema. 2005 verfasste Ruggenthaler als Abschluss der Gemeindeakademie eine Fallstudie. Diese beinhaltete auch eine Befragung der Virgerinnen und Virger und bestätigte, daraus folgend, den Bedarf eines ortsinternen „Personentransportdienstes“. Und so konkretisierte sich die Idee eines „Bürgermobils“ heraus.

Für die Initiatoren folgte ein wahrer Hürdenlauf im Dschungel der Bürokratie. Schlussendlich gelang es jedoch mit Unterstützung des Landes, gesicherte Rahmenbedingungen zu schaffen. Nachdem auch der Ankauf eines geeigneten Fahrzeuges gelang, galt es noch, freiwillige FahrerInnen zu finden. Dem Aufruf der Gemeinde folgten gleich 36 Personen, die bereit waren, sich ehrenamtlich und unentgeltlich in den Dienst dieser guten Sache zu stellen. Das Virger Mobil war geboren! Am autofreien Tag 2005 startete es zu seiner ersten Fahrt. 15 Jahre später sind es stolze 70.000 Fahrten, die das „Virger Mobil“ für die Virgerinnen und Virger geleistet hat.

 

Immer wieder melden sich Freiwillige, die bereit sind, mindestens einmal im Monat einen Fahrdienst zu übernehmen. Aktuell sind 26 FahrerInnen im Einsatz, vornehmlich rüstige PensionistInnen, die einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten wollen.

 

Bürgermeister Ing. Dietmar Ruggenthaler freut sich über den Erfolg: „Unser Virger Mobil ist eine Vorzeigemodell für nachhaltige Mobilität im Ort. Grundlage für die Aufrechterhaltung des Dienstes sind unsere FahrerInnen, die das Auto ehrenamtlich chauffieren. Dadurch kann der Dienst zu 1 Euro je Fahrt angeboten werden. Die Fahrt ist somit sozial verträglich und für jeden erschwinglich.“ Dass der Betrag unabhängig von der Wegstrecke so gering ausfällt, war Bürgermeister Ruggenthaler immer sehr wichtig. „Im Sinne der Gleichsetzung aller unserer BürgerInnen beträgt der Fahrtkostenbeitrag für jede Fahrt gleich viel, egal, ob man innerhalb des Ortszentrums fährt oder in eine außerhalb liegende Fraktion.“

Mobilitätsberaterin Angelika Berger koordiniert die Fahrdienste im Gemeindeamt: „Das Auto ist von Montag bis Freitag untertags im Einsatz. Seit dem Bestehen hat das Virger Mobil ca. 320.000 Kilometer zurückgelegt, im Durchschnitt sind es etwa 25 Fahrten am Tag, Tendenz steigend.“ Genutzt wird das Virger Mobil vornehmlich von älteren Personen und Frauen ohne eigenes Auto. Die Einrichtung trägt ganz wesentlich zur Verbesserung der Mobilität dieses Personenkreises bei. Arzt, Apotheke, Seniorenstube, Gastronomiebetriebe usw. können bequem ohne eigenes Auto erreicht werden. Das Mobil ermöglicht Einkäufe im Ort und belebt somit auch die heimische Wirtschaft. Der Dienst wird vornehmlich von älteren Personen auch dafür genutzt, um Kontakte zu pflegen, Verwandte und Freunde zu besuchen.

Schon von Beginn an gab es in der „energiebewussten Gemeinde“ Bestrebungen, ein Elektroauto als Virger-Mobil anzuschaffen. 2014 waren Technik und Reichweite soweit ausgereift, dass ein Elektroauto als „Virger Mobil” angeschafft werden konnte. Inzwischen wurde diese gemeindeeigene Einrichtung bereits mehrfach ausgezeichnet und diente vielen anderen Orten in ganz Österreich als Vorbild.

 

Text: Redaktion, Fotos: Gemeinde Virgen

22. September 2020 um