Rotary Club Lienz legt zum 3. Mal Neujahrsentschuldigungskarte auf
Das diesjährige Motiv hat der Künstler Guido Zehetbauer-Salzer gestaltet, der derzeit in der Kunstwerkstatt Lienz ausstellt. Der Reinerlös aus dem Verkauf der Karten kommt dem Verein Rainbow und der Kunstwerkstatt Lienz zugute.
Mit der Neujahrsentschuldigungskarte belebt der Rotary Club Lienz einen über 200 Jahre alten Brauch wieder. Im frühen 19. Jahrhundert war es in Tirol und anderen Regionen üblich, zum Jahreswechsel persönliche Besuche mit Glückwünschen zu machen. Um sich von dieser zeitraubenden Pflicht „zu entschuldigen“, konnte man eine sogenannte Entschuldigungskarte erwerben. Der Erlös kam sozialen Zwecken zugute – ein frühes Beispiel für „Sozialmarketing“.
Nach Jahrzehnten der Vergessenheit wurde die Tradition wieder aufgegriffen – heute stehen die künstlerische Gestaltung und die soziale Wirkung im Vordergrund: innehalten, schenken und Gutes tun. Zum Jahreswechsel 2024/2025 legte der Rotary Club Lienz erstmals eine Neujahrsentschuldigungskarte auf.
Guido Zehetbauer-Salzer hat die Neujahrskarte 2027 gestaltet. Es handelt sich dabei um einen Kunstdruck mit einer Auflage von 100 Stück. „Eine Karte kostet 50 Euro. Mit dem Kauf der Karte unterstützen wir diesmal den Verein Rainbow und die Kunstwerkstatt Lienz“, erklärt Dr. Michael Takacs, Präsident des Rotary Clubs Lienz, bei der Vorstellung des Projekts.
Die Karte eignet sich als Geschenk zu Weihnachten und zu Neujahr für Verwandte, Freunde und Geschäftspartner. Erhältlich sind die Neujahrsentschuldigungskarten ab 16. November unter anderem im Shop der Lebenshilfe, im Bürgerservice der Stadt Lienz in der Liebburg, in der Buchhandlung Tyrolia, in der Trafik Dobnig, in der Glaserei Rainer, im Autohaus Niedertscheider und bei der Firma AGEtech.
Zum Künstler
Der aus Wien stammende Künstler Guido Zehetbauer-Salzer beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Wald: mit seiner Struktur, den Farben, dem Licht und seinen Stimmungen. Mittels formaler Reduktion auf grobe Strukturen und exzessiver Farbigkeit lädt Guido Zehetbauer-Salzer dazu ein, seine Impressionen des Universums Wald nicht nur zu teilen, nachzuempfinden, sondern sie selbstständig weiter zu träumen.
Für den Künstler sind es schließlich Reproduktionen, Reflexionen einer Faszination, die staunende Wiedergabe des Lebens. Er überzeichnet, indem er die Strukturen des Motivs farbig verstärkt und zugleich reduziert, ohne dabei den Charakter des Porträtierten zu verraten. Ganz im Gegenteil: die Authentizität, die eindeutige Nachempfindbarkeit des genossenen Augenblicks ist das Ziel. Seine Bilder wollen die Erhabenheit über Zeit und Raum, die Geborgenheit einer friedvollen Koexistenz festhalten. In den Wienerwald hineingeboren bleibt er ihm Zeit seines Lebens Sehnsucht, Geborgenheit und Heimat.
Sein künstlerisches Werk gelangt in Zeiten des Waldsterbens in unserer Heimat durch Unwetter und den Borkenkäfer zu trauriger Aktualität und weist darauf hin, wie groß seine Bedeutung für uns Menschen ist.
Zur Ausstellung „WaldArchitektur“
Kunstwerkstatt Lienz
Eröffnung: Freitag, 30. Oktober 2026, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 2. bis 20. November 2026
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Osttirol heute/Mühlburger

