Olympia in Peking: Erste Eindrücke des Osttiroler Pressefotografen Hans Groder

Wir erreichten Hans Groder telefonisch, als er gerade im Shuttle-Bus zum Training der Rodlerinnen ins National Sliding Centre gebracht wurde.

Vom 4. bis 20. Feber finden in der chinesischen Hauptstadt Peking die 24. Olympischen Winterspiele statt. Für seine Firma EXPA Pictures und die APA fotografiert Hans Groder aus Kals am Großglockner bei den Spielen. „Am 30. Jänner fuhr ich mit dem Zug von Lienz nach Wien und flog dann via Istanbul von Schwechat nach Peking. Der Flug dauerte zwölf Stunden. Ich hatte aber eine ganze Reihe für mich allein, und so war der Flug recht angenehm“, erzählt mir Hans am Telefon.

 

Einreisekontrolle am Peking International Airport

 

Am International Airport Peking angekommen, war der Kalser sofort mit den sehr strengen Kontrollen konfrontiert. „Ich wollte ein Bild vom Welcome Beijing 2022-Schild machen. Davor stand aber ein Mann in Schutzkleidung und wies mir den Weg. Ein Foto zu machen war nicht möglich, weil er auch auf Englisch nicht mit mir kommunizieren wollte.“

 

Reinigung im Banquan Service Centre

 

Hans ist in einem Hotel in Yanqing untergebracht. Dort befinden sich auch das National Alpine Ski Centre und das National Sliding Centre (Bob und Rodeln). „Wir leben hier in einer so genannten Bubble. Zu unseren Einsätzen werden wir mit einem Shuttle-Bus abgeholt und dann auch wieder zurückgebracht. Im Bus können wir Internet nutzen und so dort auch arbeiten, aber mit dem Busfahrer zu kommunizieren, ist schwierig oder sagen wir eigentlich unmöglich.“

 

Das Zielstadion Speed im National Alpine Ski Centre

 

Die Unterbringung im Hilton Hotel lobt Hans in hohen Tönen. „Wir sind hier perfekt untergebracht. Die Zimmer sind riesengroß, und das Essen ist gut. Überrascht war ich, dass wir Fotografen auf den Pisten und am Lift einen Helm tragen müssen. Das ist hier anscheinend sogar gesetzlich geregelt. Man kann hier nicht einfach in ein Geschäft gehen und sich einen Helm kaufen, aber wir haben uns jetzt doch einen besorgen können.“ Heute, 3. Feber, ist Hans beim freien Training der Ski-Herren und -Damen sowie beim ersten Abfahrtstraining der Herren im Einsatz, gestern fotografierte er beim Rodeltraining. „Morgen fahren wir zur Eröffnungsfeier nach Peking. Dafür haben wir uns ein Taxi organisiert.“

 

David Gleirscher (AUT) beim Rodeltraining im National Sliding Centre in Yanqing

 

„Es ist hier alles perfekt organisiert. Nach der Ankunft am Flughafen lief die Abfertigung inklusive PCR-Test super schnell, und auch der Shuttle nach Yanqing war bestens organisiert. Das habe ich in dieser Form noch nicht erlebt. Das National Alpine Ski Centre ist irrsinnig aufwändig gebaut – eine unvorstellbare Erschließung der Wildnis. Das National Sliding Centre hat kolportierte 2,2 Milliarden Euro gekosten, alles ist in Naturstein gepflastert und verkleidet.“

 

Der Kärntner Max Franz war beim freien Abfahrtstraining am 3. Feber als Zehnter bester Österreicher.

 

Die Covid-Prävention sei äußerst streng, erzählt Hans. „Wir tragen überall – auch im Freien – FFP2-Masken und müssen täglich einen PCR-Test direkt im Hotel abgeben. Die Teststation hat täglich von 5.00 bis 22.00 Uhr geöffnet“, erzählt mir der Kalser, bevor wir unser Telefonat beenden, weil er vom Bus aussteigen und zum Rodeltraining der Frauen-Einsitzer muss.

 

Übersicht aus dem Starthaus der Herren-Abfahrt

 

Adelboden-Sieger Johannes Strolz beim freien Abfahrtstraining

 

Wachablöse im Banquan Service Centre

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: EXPA/Groder

03. Februar 2022 um