Fund-Raising-Projekt: Rotary Club Lienz legt 100 Neujahrs-Entschuldigungskarten auf
Der Rotary Club Lienz nimmt zum Jahreswechsel den alten Brauch der Neujahrs-Entschuldigungskarten auf. Die Karte 2025 wird von der aus Irschen stammenden Künstlerin Marlies Wagner gestaltet. Erlös kommt Curaplus Family Care zugute.
Die Rotarier blicken in Lienz auf eine lange Geschichte zurück – 60 Jahre ist es her, dass im Rittersaal von Schloss Bruck die Charterurkunde überreicht wurde. Seit 1964 bemühen sich die Mitglieder des Service-Clubs, Menschen verschiedener Generationen zusammenzuführen, die dauerhafte Veränderungen in der Welt, in ihren Gemeinden und in sich selbst bewirken möchten. Dem zentralen Zweck Rotarys, Sozialprojekte zu unterstützen, wird man nun auch durch ein neues Fund-Raising-Projekt gerecht.
Im Jubiläumsjahr nimmt Rotary Lienz eine alte, beinahe vergessene Tradition wieder auf und interpretiert sie zeitgerecht: die Neujahrs-Entschuldigungskarte. „Vor rund 200 Jahren in Tirol eingeführt, waren die zunächst unscheinbaren Billets beliebtes Mittel, um den zum Jahreswechsel üblichen Besuchen und Gegenbesuchen zu entgehen“, erläuterte Präsident Dr. Richard Kogler bei einer Medienpräsentation des Charity-Projektes den historischen Ursprung.
Gemeinden, später auch Vereine, nahmen sich dieser zu einer zeit- und kostenraubenden Unsitte angewachsenen Verpflichtung an und legten Kärtchen auf, die gegen Spenden erworben werden konnten. Die Käufer wurden veröffentlicht und konnten sich so den lästigen Konventionen entziehen. Der Erlös aus dem Verkauf wiederum floss direkt in soziale Projekte – so konnten Armenfonds gefüllt und Sozialeinrichtungen gebaut werden. „Dieser Gedanke passt in unsere Zeit und auch wunderbar in die Adventszeit“, so Kogler.
War diese Tradition in ihrer Blüte in über 60 Tiroler Orten verbreitet, verschwand sie im Laufe des 20. Jahrhunderts völlig aus dem Alltag. „Nach vereinzelten Versuchen, diesen Brauch unter anderen Vorzeichen wiederzubeleben, nimmt der Rotary Club Lienz diesen Brauch nun wieder auf, fügt aber eine starke kulturelle Note ein. Künstlerinnen und Künstler aus der Region werden gebeten, ihre Werke in den Dienst der guten Sache zu stellen und ein Jahresexemplar zu gestalten. Die erste Karte ziert ein Werk von Marlies Wagner“, informierte der Präsident.
Marlies Wagner über das Motiv der Neujahrs-Entschuldigungskarte 2025: „Das Motiv erinnert mich an eine Skulptur von Peter Niedertscheider, die ich in Kals bewundern durfte, an das Museum Albertina Klosterneuburg und natürlich an Lienz, wobei ich bei der Entstehung auch an das großartige Olala-Festival dachte!“
Die in Irschen geborenen und in Maria Saal lebende freischaffende Künstlerin studierte an der Freien Akademie der bildenden Künste in Kärnten und absolvierte die Meisterklasse bei Luca Anticevic und Peter Kohl. „Meine Bilder entstehen im Prozess, ausgehend von einem abstrahierten Strich, Flächen, Farben und Kompositionen. Aus diesem Chaos beginne ich zu ordnen – es entsteht ein Puzzle, eine Wunderwelt, die auch mich staunen lässt“, so die Künstlerin über ihr Werk.
Die Karten wurden in einer limitierten Auflage von 100 Stück gedruckt, jedes einzelne Stück hat die Künstlerin nochmals persönlich signiert. Sie werden im A4-Format in einer Mappe mit Informationen zum Projekt und zur Künstlerin angeboten. „Der Erlös dieser Benefiz-Aktion kommt dem Projekt Curaplus Family Care bzw. den betreuten Familien durch Entlastung bei Selbstbehalt zugute“, erklärte Richard Kogler.
Curaplus engagiert sich seit 2021 für die mobile Kinderkrankenpflege in Tirol und Kärnten, um Familien mit chronisch kranken oder schwerbehinderten Kindern eine umfassende und individuelle Betreuung zu ermöglichen. Hochqualifizierte Pflegekräfte unterstützen Eltern in ihrem Zuhause, um den kleinen Patienten die bestmögliche (Behandlungs-)Pflege zukommen zu lassen und ihren Familien eine Planungssicherheit zu ermöglichen.
Erhältlich sind die kleinen Kunstwerke um 50 Euro ab Ende November/Anfang Dezember im Bürgerservice der Stadtgemeinde Lienz, in der Buchhandlung Tyrolia, in der Sparkasse Lienz, im Autohaus Niedertscheider und im Geschäftslokal AGEtech in Lienz. „Die Limitierung soll den Erwerb zu einer Besonderheit werden lassen, vielleicht auch zu einem Sammlerobjekt. Der niedrige Preis für einen handsignierten Kunstdruck wurde absichtlich gewählt, um einen niederschwelligen Zugang für viele zu ermöglichen. Geplant ist eine Fortführung der Aktion im nächsten Jahr“, so der Rotary-Präsident abschließend.
Text: Redaktion, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger, Rotary Club Lienz