Kreative Kinder in Anras: Von einer Vernissage der besonderen Art
Bei der Vernissage der Kinder Kunstakademie im Unterdach des Anraser Pfleghauses waren die Kinder Gastgeber, Akteure und Urheber der ausgestellten Werke zugleich.
Zum Auftakt erklang Musik, gespielt von zwei Kindern mit Gitarre und Ziehharmonika. Zwei andere Kinder hielten eine Eröffnungsansprache, in der sie die Gäste begrüßten, in launiger Weise von ihrer Arbeit berichteten und vor allem hervorhoben, wie viel sie in den vergangenen Tagen gelacht und wie viel Spaß sie miteinander hatten. Für Erfrischungen sorgten Kinder, die selbstbewusst und emsig vor und hinter der Theke agierten. Und die Präsentation der Kunstwerke, die in den Wochen davor gemalt, gezeichnet und gebastelt worden waren, erfolgte selbstverständlich auch durch die jungen Künstlerinnen und Künstler selbst.
Die Kinder hatten auch persönlich eingeladen: ihre Familien, Freunde und Nachbarn. Viele, sehr viele waren an diesem Nachmittag des 28. Juli zur Eröffnung gekommen. Man sah Gehhilfen, Kinderwagen – und alles, was vom Alter her dazwischen liegt. Man sah Drei-Generationen-Familien, oft noch von Tanten und Onkeln begleitet. Es kam der Herr Pfarrer, was die Kinder besonders freute. Manche kamen, weil sie einfach neugierig waren. Es war ein fröhliches, unbeschwertes Beisammensein für Jung und Alt im lichten Glaskubus, der für solche Veranstaltungen wie geschaffen scheint.

Mit strahlenden Augen führten die jungen Künstlerinnen und Künstler nach der Eröffnung durch die Ausstellung, zeigten nicht nur was, sondern erzählten auch begeistert und wortreich, wie sie alles gemacht hatten. Zu sehen waren eine Vielzahl von Gemälden, gefertigt in allen möglichen Techniken auf den unterschiedlichsten Materialien. Es gab Häuser: das Feuerwehrhaus, die Weiler Alm, den Mascher Hof, sogar das Pfleghaus – alle aus Holz gebaut und fantasievoll bemalt. Es gab Tonarbeiten: Gesichter, Figuren und Tiere, oft kombiniert mit gemalten Bildern. Es wurden die Lieblingstiere der Kinder gezeigt, wobei selbst die Bilderrahmen kunstvoll geschmückt waren.
Und als ein bleibendes Kunstwerk die in Gemeinschaftsarbeit aufwendig bemalte ausrangierte Telefonzelle, die in Zukunft der Anraser Bücherei als Bücherzelle dienen wird. Es gab viel Lob und viel Anerkennung für die Kinder. Es wurde viel gestaunt über die Kunstfertigkeit und über die Kreativität der jungen Anraserinnen und Anraser. „Von wem hat sie oder hat er das wohl?“, mögen sich manche Eltern im Stillen gefragt haben. Für Marion Gietl liegt die Antwort auf der Hand: „Alle Kinder sind Künstler“, lautet ihr Credo.

In den Kindern muss nur die Leidenschaft geweckt werden, sie müssen gefördert werden, und dann muss ihnen die Freude am kreativen Schaffen erhalten werden. Genau das ist das Anliegen der Kinder Kunstakademie, die im Rahmen von „Kultur aus dem Pfleghaus“ und mit Unterstützung der Gemeinde und vieler ehrenamtlicher Helfer das feriale Sommerloch in ein buntes, kreatives und fröhliches Sommerhoch verwandelte.
Am Schluss sei erwähnt, dass es ganz ohne Erwachsene doch nicht ging: Der Hausherr, Bürgermeister Johann Waldauf, richtete ein Grußwort an alle und überreichte Marion Gietl als Dank der Gemeinde für ihre wertvolle Arbeit einen Geschenkkorb.
Marion Gietl selbst zeigte sich stolz und glücklich über das gelungene Event. Einige Mütter haben Kuchen gebacken. Rudi Mascher vom Hotel Pfleger hat als großzügiger Sponsor geholfen. Viele Freiwillige haben zum Gelingen beigetragen und nicht zuletzt haben die vielen täglichen Zaungäste die Kinder motiviert und angespornt. Eine lebendige Gemeinde will Anras sein. Die Vernissage der Kinder Kunstakademie hat gezeigt, dass sie es ist.
Text: Redaktion, Fotos: Verein Anraser Pfleghaus

