Anras: Ein Klangerlebnis von besonderer Qualität
Während bei den Anraser Musiktagen die Blasmusik den Ton angab, brachte am 26.8.2023 das junge Ensemble Trio Veris beglückende neue Klänge in den Anraser Kultursaal.
Dunkle Klarinettentöne, die mit der Sonorität des Violoncellos verschmolzen, beide ergänzt durch die klangliche Breite und Vielseitigkeit des Klaviers, in Summe ein Kammermusikensemble, welches äußerst viele Farben zulässt – gekonnt präsentiert von den drei jungen Musikerinnen Leonie Fronthaler/Klarinette aus Anras, Maria Bozzetta/Violoncello aus Oberbozen und Olivia Achleitner/Klavier aus Mauthausen. Allesamt Studentinnen der Universität Mozarteum Salzburg, gründeten sie im Jahr 2022 Trio Veris und musizierten in dieser Zusammensetzung zum ersten Mal in Leonies Heimat.
Das zahlreich erschienene Publikum war voller Spannung und Vorfreude, ist doch Leonie Fronthaler seit ihrer Kindheit in der Anraser Musikszene aktiv. Und es ging gleich richtig los. Mit dem Gassenhauer-Trio, einer der seltenen Kompositionen Ludwig van Beethovens, in der er der Unterhaltungsmusik seiner Zeit seine Reverenz erweist. Während die ersten beiden Sätze noch von einer gewissen, wenn auch heiteren Feierlichkeit geprägt sind, variiert der Komponist im 3. Satz das Motiv eines „Gassenhauers“ der damaligen Zeit. Den Übergang von den ruhigen in die flotten Passagen meisterten die Interpretinnen mit Bravour, der Gassenhauer mutierte zum Ohrwurm, und in den kurzen Solopartien ließ jede der drei Musikerinnen ihre Meisterschaft aufblitzen.
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TRIO VERIS v.l.n.r.: Leonie Fronthaler, Olivia Achleitner und Maria Bozzetta
Wie zur Bestätigung wurde das Programm mit solistischen Beiträgen fortgesetzt. Zu hören war von Maria Bozzetta das Prélude aus der Suite Nr. 2 in d-moll, BWV 1008. Die barocken Klänge des Violoncellos wurden kontrastiert mit Musik aus dem 20. Jahrhundert, vorgetragen von Leonie Fronthaler mit der Rhapsody for Clarinet von Willson Osborne. Die virtuose Wiedergabe einer anspruchsvollen Komposition von Franz Liszt gelang Olivia Achleitner mit der Études de Concert, No. 3. Die Uraufführung von „Harmony in Motion“ des Lienzer Musikers und Komponisten Mathias Bergmann bot einen gelungenen rhythmischen Kontrast zu den etablierten Werken. Das in romantischer Tonsprache gehaltene Werk von Carl Frühling, Trio in a-moll, op. 40 bildete den Abschluss dieses kammermusikalischen Hochgenusses.
Die Musikalität der drei Musikerinnen, gepaart mit Frische in der eigenen Moderation sowie die Stimmigkeit des Ensembles in sich, wurde mit anhaltendem Applaus belohnt. Beim anschließenden geselligen Beisammensein wurde nicht mit Komplimenten gespart. Die Musikerinnen strahlten, die anwesenden Familien, Freunde und musikalischen Wegbegleiter waren sichtbar stolz auf die Leistung der drei. Der Obmann des Vereins Anraser Pfleghaus, Bgm. Johann Waldauf, sah sich in seiner Überzeugung bestätigt, dass ein qualitätsvolles Programm auch in Osttirol sein Publikum findet.
Text: Redaktion, Fotos: © Verein Pfleghaus Anras

