„Totentanz“ übersiedelt von Wien nach Lienz

Die Sonderausstellung auf Schloss Bruck soll 100 Jahre nach Ausbruch des I. Weltkrieges auch zum Nachdenken über diese europäische Urkatastrophe anregen.

„Totentanz: Egger-Lienz und der Krieg“ nennt sich die Sonderausstellung, die am Samstag, 14. Juni 2014, im Museum Schloss Bruck eröffnet wird. Sie bietet wahrscheinlich die letzte Gelegenheit, alles fünf Fassungen des „Totentanzes“ von Albin Egger-Lienz im Original zu sehen. Unter den Werken auch das ehemalige Kernstück der Lienzer Sammlung, der „Totentanz 1809. Fünfte Fassung, 1921″. Aufgrund eines einstimmigen Gemeinderatsbeschlusses wurde das Bild im Jahr 2006 restituiert.

„Wir sind stolz darauf, dass das restituierte Bild – laut dem jetzigen Besitzer Rupert-Heinrich Staller zum letzten Mal – für einige Monate nach Lienz und auf Schloss Bruck zurückkehren kann. Außerdem ist unsere Sonderausstellung wohl die erste, die den Beginn des I. Weltkrieges 1914 thematisiert“, so die Lienzer Bürgermeisterin LA DI Elisabeth Blanik bei einem Pressetermin im Vorfeld der Ausstellungseröffnung, die am Samstag, 14. Juni 2014, um 19.00 Uhr, über die Bühne gehen wird. „Die erste Fassung des Totentanzes hat Albin Egger-Lienz 1908 gemalt. Das Bild bedeutete eine Revolution in seinem Werk“, so Kuratorin Dr. Helena Perena. Für die malerische Entwicklung von Egger-Lienz und seine Auseinandersetzung mit dem Krieg sei der „Totentanz“ ein Schlüsselwerk. Egger-Lienz habe das Werk oft als sein „bestes Bild“ bezeichnet.

Kuratorin Helena Perena: „Es handelt sich hier um eine sehr kontrastreiche Ausstellung. Auch Dokumente oder Postkarten sollen zum Verständnis von Albin Egger-Lienz' Auseinandersetzung mit dem Krieg beitragen."

Kuratorin Dr. Helena Perena: „Es handelt sich hier um eine sehr kontrastreiche Ausstellung. Auch Dokumente oder Postkarten sollen zum Verständnis von Albin Egger-Lienz‘ Auseinandersetzung mit dem Krieg beitragen.“

Die Ausstellung war bis 9. Juni 2014 im Unteren Belvedere in Wien zu sehen. Derzeit werden die Bilder nach Lienz gebracht. Neben den fünf Fassungen des „Totentanzes“ werden in der adaptierten Schau in Lienz rund 150 Studien, Teilwiederholungen einzelner Figuren oder Figurenpaare sowie Werke weiterer bedeutender Künstler gezeigt. Nicht nur Privatbesitzer – wie Rupert-Heinrich Staller – auch so bedeutende Häuser wie das Belvedere, die Albertina und das Leopold Museum haben Kunstwerke für die Sonderschau in Lienz zur Verfügung gestellt. „Ab heute, Mittwoch, kommen die Bilder in Lienz an. Dann werden die Kuriere die Ausstellungsräume begutachten. Im Beisein der Kuriere werden die Werke dann gehängt bzw. in die Vitrinen gegeben. Für jedes Bild wird bei Übernahme ein eigenes Protokoll angefertigt“, erläuterte Museumsleiterin Silvia Ebner den aufwändigen Prozess der Übersiedlung.

„Alle fünf Fassungen des Totentanzes werden in einem Raum gezeigt. Bilder von anderen Künstlern – wie Max Beckmann, Otto Dix, Käthe Kollwitz, Alfred Kubin, Ernst Barlach – zum Thema Krieg ermöglichen eine differenzierte Betrachtung. Die Bilder weisen eine zum Teil verblüffende Verwandtschaft auf“, erklärte Helena Perena.

Die Ausstellung „Totentanz. Egger-Lienz und der Krieg“ wird am Samstag 14. Juni 2014, um 19.00 Uhr, auf Schloss Bruck eröffnet. Zu sehen sind die fünf Fassungen des „Totentanzes“ und weitere rund 150 Werke bis zum Nationalfeiertag, 26. Oktober.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

 

 

 

 

 

 

11. Juni 2014 um