„Totentanz“ mit Tableau vivant eröffnet
SchülerInnen des BG/BRG stellten am Abend des 14.6. bei der Eröffnung der Sonderschau „Totentanz“ Werke von Egger-Lienz in Form eines „Tableau vivants“ nach.
Als „Tableau vivant“ bezeichnet man die Darstellung von Werken der Malerei oder Plastik durch lebende Personen. „Tableaux vivants“ wurden im 18. Jahrhundert en vogue. Bis in die heutige Zeit gelten diese „lebenden Bilder“ als eine besondere Kunstform, der sich im Rahmen der Eröffnung der Sonderausstellung „Totentanz : Egger-Lienz und der Krieg“ auch SchülerInnen des BG/BRG Lienz unter Leitung von Mag. Anton Fercher widmeten.
v.l.n.r.: Der Vorstandsdirektor der RLB Tirol AG, MMag. Reinhard Mayr, die Tiroler Landesrätin für Bildung und Kultur, Dr. Beate Palfrader, die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Helena Perena, und die Lienzer Bürgermeisterin LA DI Elisabeth Blanik am Eröffnungsabend auf Schloss Bruck
Die sehr gelungene und bestens einstudierte Darstellung auf der Bühne im Innenhof des Görzer Schlosses beeindruckte die zahlreichen Gäste des Eröffnungsabends, unter ihnen auch die Tiroler Landesrätin für Bildung und Kultur, Dr. Beate Palfrader. Sie sprach am Samstagabend ebenso wie die Lienzer Bürgermeisterin LA DI Elisabeth Blanik, die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Helena Perena, vom Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum und der Vorstandsdirektor der RLB Tirol AG, MMag. Reinhard Mayr, die internationale Rolle des Osttiroler Ausnahmekünstlers Albin Egger-Lienz und die Bedeutung der Schau „Totentanz“ 100 Jahre nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges an.
Der „Totentanz von Anno Neun“ gilt nicht nur als ein Hauptwerk österreichischer Kunstgeschichte am Beginn des 20. Jhs., sondern spielt auch im OEuvre von Egger-Lienz als künstlerischer Wende- und lebenslanger Bezugspunkt eine herausragende Rolle. Fünf unterschiedliche Fassungen des „Totentanzes“ und rund 150 Studien, Teilwiederholungen einzelner Figuren oder Figurenpaare werden in der Ausstellung auf Schloss Bruck bis zum Nationalfeiertag, 26.10.2014, gezeigt und sind für Kunstfreunde und Liebhaber des Künstlers Albin Egger-Lienz die letzte Möglichkeit, manche Originale des „Totentanzes“ in einer Ausstellung vereint zu betrachten.
Insgesamt hat Egger-Lienz das Thema in der Zeit zwischen 1906 und 1921 in fünfzehn Gemälden behandelt. Im Zentrum der Schau auf Schloss Bruck stehen die beiden Totentanz-Fassungen vom Belvedere „Totentanz von Anno Neun, 1908“ und das von der Stadt Lienz im Jahre 2006 restituierte Bild „Totentanz 1809, 5. Fassung, 1921“. Ausgehend vom „Totentanz“ werden weitere „Kriegsbilder“ sowie Darstellungen von Egger-Lienz aus den 1920er-Jahren im Dialog mit Werken anderer Künstler seiner Zeit, wie Max Beckmann, Otto Dix, Käthe Kollwitz, Alfred Kubin oder Ernst Barlach, betrachtet. Nicht nur Privatbesitzer – wie Rupert-Heinrich Staller –, auch so bedeutende Häuser wie das Belvedere, die Albertina und das Leopold Museum haben Kunstwerke für die Sonderschau in Lienz zur Verfügung gestellt.
Text: J. Hilgartner, Fotos: www.osttirol-heute.at/Christian Walder
