Tiroler Archiv wird zum Kompetenzzentrum
Das Interreg-Projekt „Tiroler Archiv“ soll zum Kompetenzzentrum für Digitalisierung und Langzeitarchivierung für Photographie werden – Projekt bis März 2015 verlängert.
Das Tiroler Archiv für photographische Dokumentation und Kunst (TAP) Lienz-Bruneck hat mit 1. Jänner 2011 als Interreg IV-Projekt seine Tätigkeit aufgenommen. Mit Ende des heurigen Jahres läuft die EU-Projektperiode aus. Nun konnte eine Verlängerung um 15 Monate erreicht werden. Für eine Verlängerung derartiger EU-Projekte ist eine Erweiterung des Inhaltes notwendig. „Aufbauend auf der bestehenden Lichtbildersammlung soll das Archiv künftig als Kompetenzzentrum für Digitalisierung und Langzeitarchivierung von Photographie etabliert werden“, erklärte dazu TAP-Obmann Dr. Richard Piock bei einem Pressegespräch über die Zukunft des TAP am Mittwoch, 18. Dezember 2013, im Ratsaal der Liebburg. Für die Projektperiode bis März 2015 werden vom Land Tirol rund 198.000 Euro und von der Stadt Lienz rund 111.000 Euro zur Verfügung gestellt.
TAP-Leiter Dr. Martin Kofler: „Neben der Homepage tragen auch unsere Ausstellungen dazu bei, dass das Archiv einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.“
„Das TAP ist für die beiden Städte Lienz und Bruneck ein großer Gewinn. Die Einrichtung ist sowohl für die Identität als auch für das weitere Zusammenwachsen der Regionen Südtiroler Pustertal und Osttirol enorm wichtig“, so die Lienzer Bürgermeisterin LA DI Elisabeth Blanik. Seit Jänner 2011 hat das TAP 105 427 Bilddokumente gesammelt, 43 398 davon wurden digitalisiert, viele bereits datenbankmäßig erfasst und auf der Website www.tiroler-photoarchiv.eu auszugsweise publiziert. Das Tiroler Archiv hat sich inzwischen als DER regionale Gedächtnisspeicher für Osttirol und das Südtiroler Pustertal etabliert und wurde mehrfach als Vorzeigeprojekt europäischer territorialer Zusammenarbeit ausgezeichnet. „Wir wollen in Zukunft verstärkt auch Ausbildungsmöglichkeiten für Chronisten, Archivare und Museumsangehörige in Nord-, Ost- und Südtirol anbieten. Das Archiv integriert sich damit auch als Impulsgeber und Know-how-Träger für das künftige Kompetenzzentrum“, kündigte Richard Piock an. Ein lernendes Zentrum der Photodokumentation im Sinne der Nachhaltigkeit für Tirol und Südtirol soll entstehen.
Durch den tragischen Tod von TAP-Schriftführer Dr. Klaus Schneider war es notwendig geworden, neue Mitglieder in den Ausschuss aufzunehmen. „Ich freue mich sehr, dass wir mit Dr. Christian Steininger einen Kassier und mit DI Peter Paul Rohracher einen neuen Schriftführer für unseren Ausschuss gewinnen konnten“, so der Obmann. Für die nächste Zeit plant das TAP wieder zwei große Projekte. Über eines wollte Richard Piock noch nichts verraten, das zweite Projekt ist eine Freiluftausstellung über den „Krieg in den Bergen“. 200 bis 250 Tafeln mit Bilddokumenten aus dem I. Weltkrieg sollen in die Landschaft von Kartitsch, Obertilliach, Sillian, Bruneck und weiteren Pustertaler Orten gestellt werden. „Es geht bei dieser Ausstellung nicht um den Krieg an der Front, sondern darum, was sich in den Gemeinden und Dörfern abgespielt hat. So soll beispielsweise in Bruneck das Sanitätswesen dargestellt werden, weil sich dort ein großes Lazarett befunden hat“, erklärte Piock dazu.
Das Tiroler Archiv habe in den letzten drei Jahren seiner Tätigkeit bewiesen, dass es in Sachen Sammlung, Archivierung und Digitalisierung von Bilddokumenten viel zu tun gibt und dass man daraus viel machen könne. „Das TAP hat sich zum Wissensspeicher und zu einem aktiven Baustein in der Europaregion Tirol entwickelt“, so der Obmann abschließend.
Text und Fotos: Raimund Mühlburger
