St. Daniel im Gailtal: Kulturfestival stellt Thema „Macht“ in den Fokus

Vom 15. bis 19. Juli wird St. Daniel im Gailtal erneut zum Schauplatz des interdisziplinären Kulturfestivals „Bühne der Macht“. Im Zentrum steht die Bühnenadaption von Joseph Roths „Radetzkymarsch“.

Gegründet wurde das Festival von der international tätigen Regisseurin Cornelia Rainer und dem Schauspieler Matthias Mamedof. Es widmet sich einem der zentralen und zugleich oft tabuisierten Themen unserer Zeit – Macht.

Denn Macht ist kein abstrakter Begriff. Sie wirkt im Alltag, in Beziehungen und Entscheidungen – und doch fehlt oft das Bewusstsein dafür. „Macht existiert im Privaten und im Öffentlichen zugleich“, sagt Cornelia Rainer. „Wer erkennt, dass er selbst Macht hat, beginnt Verantwortung zu übernehmen.“

Im Zentrum steht die Bühnenadaption von Joseph Roths „Radetzkymarsch“, dramatisiert von Cornelia Rainer und Stephan Lack und inszeniert von Cornelia Rainer – im Rahmen des Festivalthemas „Zeiten im Wandel: Macht gestalten – Freiheit leben”.

Die Geschichte einer Familie während des Zerfalls der k.u.k. Monarchie wird dabei nicht als historisches Panorama erzählt, sondern als unmittelbare Gegenwartsbefragung: Was übernehmen wir von früheren Generationen – und wo beginnen wir, selbst zu entscheiden?

Rahmenprogramm Macht-Kompetenz©, Philosophie und Junge Bühne der Macht

Ergänzend zur Inszenierung öffnet das Festival einen erweiterten Denk- und Erlebnisraum: Workshops und Vorträge öffnen Räume für Austausch, Mitdenken und Mitgestaltung – bei freiem Eintritt.

Im Rahmen der Jungen Bühne der Macht können Jugendliche an Schauspiel- und Filmworkshops teilnehmen und aktiv mitgestalten. Gleichzeitig richtet sich das Programm bewusst an alle Generationen. Formate wie „Stimmen zur Macht”, „Generationen im Gespräch” oder ein Sonntagskaffee mit offener Probe schaffen Raum für Austausch und Begegnung für Jugendliche und Erwachsene.

Ergänzt wird das Programm durch „Philosophische Sprechstunden in der Landschaft” sowie ein Nachtgespräch mit Open End mit dem Begründer der Philosophischen Praxis Gerd Achenbach. Außerdem gibt es eine „Philosophische Wanderung“, die das Festival aus dem Theaterraum hinaus in die Landschaft führt.

Erstmals wird zudem das von Cornelia Rainer und Matthias Mamedof in Kooperation mit Christine Bauer-Jelinek entwickelte Pokerface-Openface-Training als Intensivworkshop in kleiner Gruppe angeboten – ein sonst nur in Wien zugängliches Format.

So wird aus einem Dorf für fünf Tage ein Ort, an dem Kunst, Denken und Leben zusammenkommen – und Macht nicht nur sichtbar, sondern verständlich und gestaltbar wird.

Alle Informationen, Tickets und Anmeldungen für frei zugängliche Programmpunkte: festival.buehne-der-macht.com

 

Text: Redaktion, Foto: Bühne der Macht

19. Mai 2026 um