Spannender Einblick: Fotos aus 150 Jahren

Am 5. Juli wird eine Ausstellung eröffnet, die von den Anfängen der Fotografie bis ins Heute reicht. Kuratoren der Schau sind die beiden Osttiroler Historiker Pizzinini und Forcher.

Fotografie kann den Alltag dokumentieren, unterhalten, wie auch gesellschaftskritisch wirken. Welche Entwicklung aber hat diese künstlerische Ausdrucksform bisher durchlaufen? Was wollten die Fotografen in den letzten 150 Jahren in ihren Fotos festhalten? Was passierte speziell im Alpenraum?

Antworten auf diese Fragen gibt die Ausstellung „Belichtet – Tiroler Fotografie von 1854 bis 2011“, die vom 6. Juli bis 7. September 2012 im Astra-Kino im Südtiroler Brixen zu sehen ist. Einen Tag vor Ausstellungseröffnung konnte Osttirol heute einen Blick in die historische Foto-Schau werfen. Hier unser Bericht in Wort und Bild.

Auch zeitgenössische Fotokunst ist zu sehen.

Auch zeitgenössische Fotokunst ist zu sehen.

75 Fotografen aus dem „alten“ Tirol – früher umfasste Tirol die Gebiete Nord-, Ost- und Südtirol sowie das heutige Trentino – stehen im Mittelpunkt der Schau, darunter viele bekannte, aber auch völlig unbekannte Namen; Pioniere ebenso wie Außenseiter. Selbstverständlich finden sich auch Werke von Osttirolern in der Ausstellung, darunter Fotografien von Georg Egger, dem Vater von Albin-Egger-Lienz, von Josef Unterrainer aus Matrei i. O., der um 1880 Glockner- und Venediger-Besteigungen in Fotoserien festhielt, oder von Josef Ladstätter aus dem Defereggental. Außerdem sind Arbeiten von Walter Mair und Herbert Nussbaumer aus Lienz, von Zita Oberwalder (Leisach/Graz) und Inge Prader (Lienz/Wien) zu sehen.

Den Kuratoren der Ausstellung, Michael Forcher und Meinrad Pizzinini, ist es gelungen, Fotografien zu „entdecken“, die noch nie gezeigt wurden. Die beiden Osttiroler Historiker sind Spezialisten für die fotografische Dokumentation und Kunst; gemeinsam haben sie 1978 das Alttiroler-Fotoalbum herausgebracht. Pizzinini war Kustos der Historischen Sammlungen des Innsbrucker Ferdinandeums, Forcher ist Autor zahlreicher Tirol-Geschichtsbücher und Gründer des Haymon-Verlages.

Ziel der Ausstellung ist es, so die Kuratoren, nicht Kunst zu vermitteln, sondern die Entwicklung der Fotografie anhand von exemplarischen Werken von 75 Fotografen zu dokumentieren. Die 300 Fotografien sind in vierzehn Themenräume unterteilt, unter anderem in „Die Anfänge“, „Bergfotografie“, „Dorffotografen“ oder „Grenzgänger“. Die Kuratoren legten einen der Schwerpunkte auch auf Kuriositäten, sodass die Ausstellung auch für jüngere Menschen interessant ist.

Die historische Fotoschau, die vom Südtiroler Unternehmen Durst Phototechnik in Auftrag gegeben wurde, wird im Oktober 2012 auch in Lienz zu sehen sein.

Text: E.Hilgartner, Fotos: Journal/Sulzenbacher

04. Juli 2012 um