Schloss Bruck: Schau „Short Cuts“ eröffnet

Einen Ausschnitt aus der rund 10.000 Objekte umfassenden Sammlung des Museums zeigt die diesjährige Hauptausstellung auf Schloss Bruck, die am 13. Mai eröffnet wurde.

110 Jahre Museumsgeschichte und eine Fülle von Objekten verschiedener Sammlungsgebiete bieten den Anlass, dass in der heurigen Saison eine Auswahl aus den Beständen des Museums im Haupttrakt von Schloss Bruck gezeigt wird. „Wir haben schlaglichtartig  einige Themen und Objektgruppen herausgegriffen. Jeder Raum erzählt seine eigene Kurzgeschichte. Für die Schau wurden vorwiegend Gegenstände ausgewählt, die bis 1998 in der volkskundlichen Ausstellung des Museums zu sehen waren, einige werden zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Es soll dabei kein geschönter Eindruck, sondern ein realistischer Blick auf die Museumsarbeit vermittelt werden“, so Kuratorin Dr. Sylvia Mader.

Unter den gezeigten „Ready-mades" befindet sich auch eine alte Wollkartatsche.

Unter den gezeigten „Ready-mades“ befindet sich auch eine alte Wollkartatsche.

Rund 10.000 Objekte befinden sich in den drei Museumsdepots der Stadt – darunter über tausend Grafiken, knapp 600 Gemälde, Fotografien und weitere Zeugnisse der Regionalgeschichte. Objekte aus Volkskunde und Volkskunst – darunter Möbel, Trachten, Fahnen und Geschirr – dokumentieren die Alltags- und Festkultur vergangener Zeiten. Von 2005 bis 2009 wurde der umfangreiche Bestand unter der Leitung von Sylvia Mader inventarisiert. „Die Funde aus Aguntum und der Umgebung von Lienz bilden den Grundstock der Sammlung. Viele Gegenstände kamen als Ankäufe, Schenkungen und Leihgaben in das Museum“, erklärte die Kunsthistorikerin.

Im Raum „Sicher verwahrt" werden Truhen, Kästen, Schlösser und Schlüssel ausgestellt, die vermutlich in Osttirol hergestellt wurden.

Im Raum „Sicher verwahrt“ werden Truhen, Kästen, Schlösser und Schlüssel ausgestellt, die vermutlich in Osttirol hergestellt wurden.

Ein prähistorisches Elchgeweih, das im Bereich der Filialkirche St. Leonhard im Defereggental gefunden wurde, ist das älteste gezeigte Exponat. Es dürfte laut Sylvia Mader aus der Zeit vor 10.000 v. Chr. stammen. Objekte zum Thema Blaudruck sind genauso zu sehen wie alte Keramik und Hüte. In einem Raum werden „Selbstbilder und Fremdbilder“ aus dem 399 Porträts umfassenden Bestand der Stadt Lienz gezeigt, im Raum „Sicher verwahrt“  Truhen, Schlüssel und Schlösser präsentiert. Im Rittersaal sind so genannte „Ready-mades“ zu sehen – also Maschinen und Alltagsgegenstände, die Künstler zum Kunstwerk erheben. „Die alten Geräte und Maschinen(teile) der von Dr. Franz Kollreider zusammengestellten Auswahl bäuerlicher und gewerblicher Geräte wirken durch ihre Silhouetten. Sie sind auch wesentliche Erinnerungsobjekte der Region“, erklärte dazu Kuratorin Sylvia Mader.

Die Ausstellung „Short Cuts“ ist bis zum Nationalfeiertag, 26. Oktober, geöffnet.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images

 

14. Mai 2016 um