Schloss Bruck: Experten untersuchen Kapellenfresken
Die Befundung der Kapellenfresken auf Schloss Bruck wird mit 8. Mai 2014 vorerst abgeschlossen – im nächsten Herbst untersucht das Team um Jörg Riedel weiter.
Die letzten Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten an den Fresken in der Schlosskapelle liegen bereits 70 Jahre zurück. 1943 – also mitten im Zweiten Weltkrieg – führte der bekannte Restaurator Dr. Franz Walliser Arbeiten an den kunsthistorisch sehr bedeutenden Fresken des Südtiroler Malers Simon von Taisten durch. Seit 22. April heurigen Jahres nehmen Expertinnen und Experten des Bundesdenkmalamtes rund um Dipl.-Restaurator Jörg Riedel die gotischen Fresken ganz genau unter die Lupe. „Die Befundung der Fresken in der Schlosskapelle ist ein wichtiger Teil des 1,3 Mio. Euro schweren Restaurierungsprogramms für Schloss Bruck, budgetiert hat die Stadt dafür 50.000 Euro“, erklärte die Lienzer Bürgermeisterin LA DI Elisabeth Blanik bei einem Pressegespräch einen Tag vor Abschluss von Phase 1 der Untersuchungen.
Dipl.-Restaurator Jörg Riedel: „Im Zuge der Untersuchungen recherchieren wir auch viel in Archiven. Die alten Fotografien von Georg Egger – Vater von Albin Egger-Lienz – haben uns dabei sehr geholfen.“
„Fresken Simon von Taistens in einem Zustand wie hier in Lienz findet man heutzutage nur mehr äußerst selten. Sie sind für die gesamte österreichische Kunstgeschichte sehr bedeutend. Wir erheben hier Schäden und wollen in einem weiteren Schritt Vorschläge für notwendige Restaurierungsarbeiten vorlegen“, so Jörg Riedel, der gemeinsam mit Mag. Magdalena Schindler und Mag. Katharina Ivanovskis die Untersuchungen durchführt. Die gesamte Kapelle wurde dafür eingerüstet. Zwischen oberer und unterer Kapelle wurde ein Plateaugerüst eingezogen, um die Fresken im oberen Teil des Raumes genauesten inspizieren zu können.
Die einzelnen Schäden werden kartiert und beschrieben. „Wir haben untersucht, wie die einzelnen Schäden in Abhängigkeit zueinander stehen. Außerdem wurden Raumklimamessungen durchgeführt“, erklärte Riedel. Die Feuchtigkeitsschäden am Fresko „Weltgericht“ müssen beispielsweise als Notmaßnahme sofort saniert werden. Riedel wird mit seinem Team nach der Sommersaison die Untersuchungen in der Schlosskapelle fortsetzen.
Bgm. LA DI Elisabeth Blanik: „Die Kapelle auf Schloss Bruck zu restaurieren und zu erhalten, ist dem Lienzer Gemeinderat und mir ein großes Anliegen. Für die Befundung und Notmaßnahmen als erste Schritte haben wir 50.000 Euro budgetiert.“
Nach Abschluss der Befundung wird ein Bearbeitungskonzept erarbeitet. Als Hauptmaßnahmen zur Erhaltung und Sicherung der Fresken nennt Jörg Riedel die Befestigung der Schollen mit entsprechenden Spezialmitteln. „Ich bin sehr froh darüber, dass mithilfe des Landes Tirol und des Bundesdenkmalamtes die Untersuchungen an den Fresken der Schlosskapelle in Angriff genommen werden konnten“, meinte Elisabeth Blanik abschließend.
Text und Fotos: Raimund Mühlburger

