Raneburgers „kranke Köpfe“ im Wiener Leopoldmuseum
Von 10. bis 13. März 2016 zeigt der Matreier Künstler Dr. Peter Raneburger seine „kranken Köpfe“ auf der art austria im Museumsquartier in Wien.
Nachdem im Jänner Peter Raneburger mit den „kranken Köpfen“ auf der art innsbruck für einiges Aufsehen gesorgt hatte, werden die Arbeiten aus dieser Werkreihe nun im Leopoldmuseum in Wien gezeigt. Anhand unvermittelter Porträts psychisch kranker Menschen nähert sich der Osttiroler Künstler dem Außergewöhnlichen und stellt darin die philosophische Frage nach Würde und Existenz: „ … Die Mehrheit hat das Recht auf ihrer Seite und bestimmt damit auch, wer gesund und wer krank ist. Ich sauge wie ein trockener Schwamm an den Lippen der sich öffnenden ,Kranken‘, die sich ausschütten über mir. Ich seziere in der Hoffnung, neue Ansätze für meine Selbstbildsuche zu finden, um dann die geöffneten Leichen auf den Tisch der Diskussion zu legen …“
Zu den „kranken Köpfen“ schreibt Paul Renner:
„Mir fallen die geilen Affen und die nackten Wolgarussen ein, auch die Gugginger, die Sanatorien, Pavillons und Krankenanstalten und die Büste vom verrückten Nietzsche. Keine Erklärungsversuche auf bildlicher Ebene – die Kunst vor den Kunstwissenschaftlern retten, sondern Beobachtungen von sinnlichem Empfinden … skelettanatomische Variationen der Wahrnehmung. Wahrnehmung als eine Reise durch den schizo-geografischen Raum, eine geheime Kulturgeschichte, eine neue Vermessung des menschlichen Körpers, kopulierende Bilder.“
art austria im Leopoldmuseum, Museumsquartier, Wien. Eröffnung am Mittwoch, 9. März 2016, 18.00 Uhr. Geöffnet 10., 11. und 12. März, 11.00 bis 19.00 Uhr, 13. März, 11.00 bis 18.00 Uhr.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Raneburger
