Premiere „Option.Spuren der Erinnerung.“ mit Franui
Gemeinsam mit Zeitzeugen und Schauspielern tritt die Musicbanda Franui in einer theatralen Erzählung zum Thema „Südtiroler Option 1939“ im Stadttheater Bozen auf.
Gehen oder bleiben – knapp 235 000 deutschsprachige Südtirolerinnen und Südtiroler standen im Jahre 1939 vor der Option, dem Ruf Adolf Hitlers zu folgen und in das Deutsche Reich auszuwandern oder in Italien zu bleiben und möglicherweise in den Süden umgesiedelt zu werden. Der Riss ging durch viele Familien, entzweite Eltern und Kinder, Geschwister und Freunde. Entschied man sich zu gehen, war man ein Heimatverräter, weil man den eigenen Grund und Boden verließ. Wenn man in Italien blieb, war man ebenso ein Verräter, weil man sich praktisch auf die Seite des italienischen Regimes stellte. Rund 75 000 Südtirolerinnen und Südtiroler waren bis zum Jahre 1943 bereits nach Österreich und Deutschland ausgewandert, bevor die Aussiedlung mit der Besetzung Südtirols durch die Deutsche Wehrmacht gestoppt wurde.
75 Jahre Option ist der Ausgangspunkt eines Projektes des Stadttheaters Bozen, in dessen Mittelpunkt Zeitzeugen stehen. Ihre Biografien werden zum Gegenstand der theatralen Erzählung „Option.Spuren der Erinnerung“. Gemeinsam mit Schauspielern und der Osttiroler Musicbanda Franui betreten sie die Bühne und schlagen eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart. Die Musicbanda rund um Andreas Schett lässt Lieder und Instrumentalstücke erklingen, die im Zuge der Option auf Tonband aufgezeichnet und für dieses Projekt neu arrangiert wurden.
Das außergewöhnliche Theaterprojekt, das Erinnerung, Authentizität und die Kraft des Erzählens vereint, wurde vom Innsbrucker Regisseur, Autor und Schauspieler Alexander Kratzer inszeniert.
Premiere ist am Samstag, 15. Februar 2014, um 20.00 Uhr, im Stadttheater Bozen, Großes Haus. Weitere Aufführungen finden am 20., 21. und 22. Februar, jeweils 20.00 Uhr, sowie am 16. und 23. Februar, jeweils 17.00 Uhr, statt.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Bernhard Aichner

