Napoleon lebt – und das Theater in Dölsach auch!

Gelungene Premiere für die Theaterwerkstatt Dölsach und ihren neuen Spielleiter Thomas Widemair: Im Kultursaal ging am 16.4. die Komödie „Napoleon lebt“ über die Bühne.

Mit viel Einsatz und Freude haben die Mitglieder der Theaterwerkstatt Dölsach in den vergangenen Monaten für ihr neues Projekt, die Komödie „Napoleon lebt“ von Martina Worms, geprobt. Für die Bearbeitung des Dreiakters und die Regiearbeit konnte der Verein unter Obmann Wolfgang Michor den Osttiroler Thomas Widemair gewinnen, der seit Jänner 2016 auch Obmann des Theater Verbandes Osttirol ist. Dass die Zusammenarbeit eine erfolgreiche ist – davon konnte sich das Publikum am Samstag, 16.4.2016, im berstend vollen Kultursaal Dölsach überzeugen. „Die Thematik des Stückes, das wir heute aufführen, mag dem einen oder anderen bekannt vorkommen“, so Thomas Widemair schmunzelnd in seinen einführenden Worten mit Hinweis auf das gängige Klischee der herrschsüchtigen Schwiegermutter und des lange Zeit unterdrückten Schwiegersohnes, dem es irgendwann einmal zu viel wird.

Herbert Tschapeller (alias Rolf Biermann) und Wolfgang Michor (alias Dr. Cornelius Klug) helfen ihrem Freund „Napoleon“ bei seinem Rachefeldzug. Foto: Brunner Images

Herbert Tschapeller (alias Rolf Biermann) und Wolfgang Michor (alias Dr. Cornelius Klug) helfen ihrem Freund „Napoleon“ bei seinem Rachefeldzug.

Genauso ergeht es nämlich auch Karl Jansen in „Napoleon lebt“, der jahrelang unter der Herrschaft seiner gestrengen Schwiegermutter Hedwig leidet. Kamillentee beim Stammtisch und eine Ausgehzeit bis maximal 22.00 Uhr setzen ihm ordentlich zu. Zudem ordnet sich auch seine Frau Lisbeth gänzlich dem Regiment ihrer Mutter unter. Als der Schwiegerdrachen mit dem bezeichnenden Nachnamen „Frankenstein“ dann auch noch mit der Bratpfanne zuschlägt, ist das Maß voll. Karl schwört Rache, wandelt sich, infolge einer vorgetäuschten Kopfverletzung durch den schwiegermütterlichen Hieb, zum herrschsüchtigen Napoleon, der nun selbst das Zepter im Haus übernimmt. Unterstützung erhält er dabei von seinen Freunden Rolf und Cornelius, während Inspektor Buller einen vermeintlichen Mordfall aufklären möchte. Pfarrer Fischer und die Psychologin Dr. Engel tappen lange Zeit im Dunkeln. Marlene Stein hört nicht auf ihre Tochter Kim und gießt immer wieder Öl ins Feuer. Als sich dann auch noch die beiden Freudenmädchen Mandy und Daisy mit ihrem Beschützer Charly ins Geschehen einschalten, nimmt das Chaos seinen sprichwörtlichen Lauf.

Spielleiter Thomas Widemair (1. Reihe/links vorne) und das Ensemble der Theaterwerkstatt Dölsach mit Obmann Wolfgang Michor (1. Reihe/rechts vorne). Foto: Brunner Images

Spielleiter Thomas Widemair (1. Reihe/links vorne) und das Ensemble der Theaterwerkstatt Dölsach mit Obmann Wolfgang Michor (1. Reihe/rechts vorne). Foto: Brunner Images

In der Rolle des rachsüchtigen Schwiegersohns überzeugte am Premierenabend Wilfried Walder als „Kaiser der Franzosen“. Den Schwiegerdrachen gab Doris Köck, und als Lisbeth Jansen nahm Anna Oberdorfer den Gehorsam gegenüber ihrer Mutter viel zu ernst. Andreas Köck ermittelte als Inspektor Buller, Wolfgang Michor und Herbert Tschapeller standen „Napoleon“ als Freunde Cornelius und Rolf zur Seite. Das Trio Inge Egger, Pepi Greil und Luisa Cameroni sorgte mit seiner Darstellung der Freudenmädchen Mandy & Daisy und ihres Beschützers Charly für viele Lacher. In weiteren Rollen waren Lisa Rizzi als „Constanze Engel“, Franz Fasching als „Pastor Fischer“, Petra Mietschnig als „Marlene Stein“ und Natalie Zojer als ihre Tochter Kim zu sehen. Im Bereich Bühnenbau waren Herbert Tschapeller und Herbert Zeiner am Werk. Licht und Technik lagen in den Händen von Franz Wallensteiner, das Bühnenbild erstellte das Team Heimatbühne. Manuela Troger, Gertraud Mietschnig und Karin Gerhard zeichneten sichtlich gekonnt für die Maske verantwortlich.

Ein sehr unterhaltsamer Abend, der bei den weiteren Aufführungen von „Napoleon lebt“ am 22. und 23. April, am 29. und 30. April und am 4. und 5. Mai 2016 um jeweils 20.00 Uhr ganz sicher seine Fortsetzung finden wird. Karten dafür sind direkt an der Abendkasse sowie im Kartenvorverkauf unter der Tel. 0680 3206955 oder unter 0680 1077977 erhältlich.

Text: E. Hilgartner, Fotos und Videos: Osttirol heute/Kraner

18. April 2016 um