Ensemble der Innsbrucker Hofmusik konzertiert in Innichen
Einen feierlichen Vespergottesdienst, wie er am Österreichischen Kaiserhof 1641 gehalten wurde, präsentiert das Ensemble der Innsbrucker Hofmusik am Dienstag, 26. August, um 20.30 Uhr, in der Stiftskirche Innichen.
Die Mitglieder des Ensembles der Innsbrucker Hofmusik sind international gefragte Spezialistinnen und Spezialisten für Alte Musik – ganz nach dem Vorbild der Innsbrucker Hofkapelle, deren Sänger:innen und Instrumentalist:innen zu allen Zeiten der europäischen Musikerelite angehörten und international vernetzt waren.
Im Sinne einer musikalischen Akademie gesellen sich zu diesen und anderen bewährten Stammmusiker:innen auch immer neue Spitzenkräfte, um der Vielfalt und dem höchsten Anspruch des habsburgischen Repertoires Rechnung zu tragen. Den Musiker:innen von „La florida Capella”, dem Ensemble des künstlerischen Leiters Marian Polin, kommt dabei bei der Formung und
Weitergabe einer unverkennbaren musikalischen Handschrift eine zentrale Rolle zu.
Zum Programm:
Gegen Ende seines Lebens widmete Claudio Monteverdi zwei seiner bedeutendsten Werksammlungen Angehörigen des Erzhauses Habsburg: Das 8. Madrigalbuch von 1638 ist Kaiser Ferdinand III. gewidmet, die Sammlung „Selva morale e spirituale“ von 1641 der Kaiserinwitwe Eleonora.
Monteverdi pflegte so intensive Kontakte zu den Habsburgern, dass ihm in Venedig der Vorwurf gemacht wurde, er diene dem (habsburgischen) Adler mehr als dem (venezianischen) Löwen.
Zur Kaiserinwitwe Eleonora hatte Monteverdi schon deshalb eine besondere Beziehung, weil sie aus dem Mantuaner Fürstenhaus der Gonzaga stammte – der „Divino Claudio“ stand viele Jahre in Diensten der Gonzaga, und er kannte die spätere Kaiserin von Geburt an. Mit der „Selva morale“ legte Monteverdi eine beeindruckende Werkschau vor: Er wollte seine souveräne Beherrschung verschiedener Stile zeigen und vereinte Werke aus allen seinen Schaffensepochen.
In diesem Konzert präsentiert das Orchester einen feierlichen Vespergottesdienst, wie er am Kaiserhof 1641 gehalten wurde – eine Art Präsentation des Widmungswerkes für die Kaiserin unter der Leitung des Hofkapellmeisters. Es bringt Musik unterschiedlicher Stile und Besetzungen in einen liturgischen Kontext und vermittelt einen Eindruck von der verschwenderischen Pracht der venezianisch geprägten Sakralmusik am Wiener Kaiserhof.
Text: Redaktion, Foto: Tourismusverein Innichen


