Toblach: Musik, Kunst und olympische Werte vereinen Kulturen

Mit dem „Five Rings Evening“ verwandelte sich das Euregio Kulturzentrum Toblach am Sonntag, 15. Feber, in einen Ort der Begegnung zwischen Kontinenten, Kulturen und olympischen Werten.

Musik und Kunst schlugen eine emotionale Brücke von den Olympischen Winterspielen Peking 2022 hin zu Mailand–Cortina 2026 – ganz im Geist der fünf Ringe, die verbinden statt trennen.

Dass die Veranstaltung am Vorabend des chinesischen Neujahrs stattfand, verlieh ihr zusätzliche Tiefe: ein Moment des Übergangs, des Neubeginns und der Hoffnung – passend zur Idee der kulturellen Brücke, die dieser Abend eindrucksvoll spannte.

Musik als verbindende Sprache

Im Zentrum stand das Sinfoniekonzert „Die großen Filmmusiken“, dargeboten von der Fanfara del Comando 1ª Regione Aerea dell’Aeronautica Militare Italiana unter der Leitung von Primo Maresciallo Maestro Massimiliano Picca. Die Fanfara, 1984 gegründet und heute aus professionellen Musiker:innen italienischer Konservatorien bestehend, entfaltete im Gustav-Mahler-Saal ein kraftvolles, emotionales Klangbild.

 

 

Große orchestrale Momente und lyrische Passagen verschmolzen zu einem musikalischen Bogen, der Vergangenheit und Gegenwart, Ost und West miteinander verband. Ein stiller Höhepunkt war Gustav Mahlers „Bruder Jakob“ in Moll – ein Geniestreich, der Vertrautes ins Unheimliche kippen lässt.

Mit dem Hans-Zimmer-Medley – Auszügen aus dem Soundtrack zu Gladiator – folgte moderne Kino-Epik in ihrer eindrucksvollsten Form: groß, dunkel, strahlend. Musik, die den Atem anhält und wieder freigibt. Ein Film, der fünf Oscars gewann – und Musik, die bis heute bewegt.

Ein weiterer emotionaler Höhepunkt war der Tribut an Ennio Morricone. Morricone malt mit Klang – ein Ton, und Bilder entstehen. Staubig-episch, dann wieder zart und zutiefst menschlich. Ein musikalischer Gruß an ein Werk, das Generationen geprägt hat und direkt ins Herz trifft.

 

 

Lyrisches Finale: Stimmen als Brücke zwischen Kontinenten

Das lyrische Finale setzte einen besonderen Glanzpunkt: Die chinesische Sopranistin Fan Zhou und der Tenor Wang Sanlin verliehen dem Abend mit ausgewählten Arien eine zutiefst menschliche Dimension. Ihre Stimmen standen sinnbildlich für Dialog, Respekt und kulturelle Nähe – eine musikalische Verbindung zwischen China und Italien, getragen von Ausdruck, Sensibilität und gegenseitiger Wertschätzung.

 

 

Kunst als Spiegel des interkulturellen Dialogs

Im Anschluss wurde im Foyer des ersten Stocks die begleitende Kunstausstellung eröffnet. Der Südtiroler Künstler Friedrich Sebastian Feichter präsentierte Skulpturen und Serien wie Homo Solaris und Aliens – Werke, die aus Visionen und Träumen entstanden sind und an der Grenze zwischen Materie und Imagination, zwischen Erde und „Anderswo“, spielen.

Der chinesische Künstler und international tätige Forscher Tong Yanrunan ergänzte die Ausstellung mit Arbeiten der Porträtkunst. Seine Werke eröffnen einen zeitgenössischen Blick, der sich auf eindrucksvolle Weise mit dem olympischen Gedanken des kulturellen Austauschs verbindet.

 

 

Empfang im Spiegelsaal: Begegnung auf Augenhöhe

Im Spiegelsaal klang der Abend bei einem festlichen Empfang aus. Unter der Leitung von Thomas Walch, Ortsobmann des HGV Toblach, und mit tatkräftiger Unterstützung des HGV-Ausschusses wurde ein außergewöhnliches Buffet serviert – passend zum interkulturellen Charakter des Abends auch mit chinesischen Dumplings.

Zahlreiche internationale Gäste aus Argentinien, Brasilien, Peru, der Ukraine, Indien und China prägten die Atmosphäre ebenso wie die Crème de la Crème aus dem Pustertal sowie hochrangige Vertreter:innen des italienischen Militärs, der Carabinieri und der Polizei.

Besonders ehrwürdig und sportlich war die Anwesenheit ehemaliger Olympiateilnehmer:innen: Monika Schwingshackl, Teilnehmerin der Olympischen Winterspiele 1992 im Biathlon, sowie die Santer-Schwestern Nathalie und Saskia, die gemeinsam mit Stephanie 2026 das Olympische Feuer durch Toblach tragen durften.

Nicola Paulon präsentierte unterstützt durch Carlo Emanuele Esposito, der durch den Abend geführt hatte, die Vorzüge der Wintersportregionen 3 Zinnen Dolomites und Kronplatz als Trainingsorte für internationale Profi-Sportler:innen.

Der Five Rings Evening hat eindrucksvoll gezeigt, wie Olympia weit über den Sport hinauswirkt: als kulturelle Kraft, als Raum für Dialog und als verbindendes Element zwischen Menschen, Nationen und Generationen.

 

Text: Redaktion, Fotos: Moritz Mair

19. Februar 2026 um