Museum und Archäologischer Park Aguntum in Tiroler Landesmuseen eingegliedert

Mit der Eingliederung der römischen Stadt Aguntum in die Tiroler Landesmuseen soll der archäologische Standort langfristig gestärkt und wissenschaftlich wie kulturtouristisch weiterentwickelt werden.

Aguntum in der Gemeinde Dölsach zählt zu den bedeutendsten archäologischen Stätten Österreichs. Die Römerstadt war über Jahrhunderte ein wichtiges Handels- und Verwaltungszentrum.

Erste Erkundungsgrabungen im Areal östlich des Debantbaches wurden vom Benediktiner Albert von Muchar 1828 durchgeführt. Er stieß dabei auf Räume mit Gewölbeheizungen, Marmor- und Mosaikfußböden. Seit den ersten wissenschaftlichen Grabungen 1912/13 wurden zahlreiche bedeutende Bauwerke freigelegt, darunter die Stadtmauer, Thermenanlagen, das Atriumhaus sowie das römische Marktgebäude „Macellum“.

Die jährlichen Grabungskampagnen in Aguntum werden seit 1991 vom Institut für Archäologien der Universität Innsbruck in enger Zusammenarbeit mit dem Land Tirol und dem 1994 neu gegründeten Verein „Curatorium Pro Agunto“ durchgeführt.

 

Landeshauptmann Anton Mattle: „Aguntum ist ein wichtiger Ort für das historische Erbe und die kulturelle Identität Tirols. Die Römerstadt soll weiterhin ein Ort der Forschung bleiben. Besonders wichtig erscheinen mir auch, diese bedeutende archäologische Stätte in der Region und für die Gäste Osttirols noch sichtbarer zu machen.“

 

Die Eingliederung des Museums und des Archäologischen Parks in die Tiroler Landesmuseen beschloss die Landesregierung am Dienstag, 12. Mai 2026. Einen Tag später besuchte Landeshauptmann Anton Mattle mit Vertretern der Landesmuseen mit Direktor Dr. Andreas Rudigier an der Spitze Aguntum und gab bei einer Pressekonferenz Einblick in die künftigen Pläne und Vorhaben.

„Für den Verein war es in den vergangenen Jahren zunehmend schwierig, die vielfältigen Aufgaben rund um Forschung, Erhaltung und Vermittlung von Aguntum alleine zu bewältigen. Durch die Eingliederung in die Tiroler Landesmuseen eröffnen sich nun neue Möglichkeiten und langfristige Perspektiven für die nachhaltige Weiterentwicklung“, erklärte Dr. Leo Gomig, seit der Gründung 1994 Obmann des Vereins „Curatorium pro Agunto“.

 

 

„Mit der Eingliederung in die Tiroler Landesmuseen schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dieses bedeutende kulturelle Erbe langfristig zu sichern und Aguntum als lebendigen Begegnungsort für die Region und darüber hinaus weiterzuentwickeln. Mein Dank gilt insbesondere Leo Gomig, der sich seit Jahrzehnten dafür einsetzt, dass Aguntum, dieses beeindruckende Zeichen der römischen Vergangenheit unseres Landes, sichtbar wird“, so der Landeshauptmann.

Die Archäologische Sammlung der Tiroler Landesmuseen besteht bereits seit der Gründung des Museumsvereins im Jahr 1823. Mit Aguntum erhält der Themenschwerpunkt „Römerzeit” nun ein eigenes Museum mit einem einzigartigen archäologischen Park. „Mit der Eingliederung von Aguntum in die Landesmuseen können wir unserem Publikum neue Zugänge zur römischen Geschichte Tirols eröffnen und zugleich wertvolle Synergien zwischen Wissenschaft, Vermittlung und Tourismus schaffen“, erklärte Direktor Andreas Rudigier.

 

Andreas Rudigier, Direktor der Tiroler Landesmuseen: „Im Museumsbetrieb wird sich 2026 noch nicht viel verändern. Als ersten Schritt werden wir aber die Leitung neu ausschreiben. Bis 2033 wollen wir Aguntum als eines der bedeutendsten archäologischen Museen im Alpenraum etablieren.“

 

In den nächsten zwei Jahren soll eine umfassende Strategie und ein Konzept für Aguntum entwickelt werden. „Wichtig ist uns die Einbindung der Bevölkerung und die Zusammenarbeit mit dem Tourismus. Aguntum soll ein lebendiger Ort der Begegnung sein, mit dem sich die Menschen aus der Region identifizieren können“, so Rudigier.

Inhaltlich soll 2028 in einer Ausstellung die 200-jährige Grabungsgeschichte von Aguntum in den Fokus gerückt werden. „Ich habe großen Respekt vor dem, was bisher hier geleistet wurde – insbesondere von Leo Gomig. Mit der Eingliederung in die Landesmuseen kann der Museumsbetrieb weiter professionalisiert werden, die kulturellen und wirtschaftlichen Netzwerke können noch besser genutzt werden“, erklärte der Direktor.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: EXPA Pictures/Johann Groder

13. Mai 2026 um