Museum Schloss Bruck zeigt im Sommer „Short Cuts“

Eine Auswahl aus der Sammlung von Schloss Bruck zeigt die Ausstellung „Short Cuts“, die am Freitag, 13. Mai 2016, eröffnet wird. Prähistorisches Elchgeweih ist ältestes Objekt.

Bei einem Pressepreview am Dienstagvormittag, 10. Mai, stellten GR Uwe Ladstätter, Obmann des Kultur- und Museumsausschusses der Stadt Lienz, Museumsleiterin Silvia Ebner und Ausstellungskuratorin Dr. Sylvia Mader die heurige Sommerausstellung im Museum Schloss Bruck vor. „Der 110-jährige Bestand des Museums bietet den Anlass, heuer eine Auswahl aus der Sammlung von Schloss Bruck zu zeigen“, so Silvia Ebner. An drei Depot-Standorten sind über 10.000 Objekte gelagert – darunter über tausend Grafiken, knapp 600 Gemälde, Fotografien und weitere Zeugnisse der Regionalgeschichte. Objekte aus Volkskunde und Volkskunst – darunter Möbel, Trachten, Fahnen und Geschirr – dokumentieren die Alltags- und Festkultur vergangener Zeiten.

Ob Geld, Wertgegenstände, Urkunden oder auch Getreide und Kleidung - bis in die Neuzeit wurde fast alles in Truhen gelagert. Alte Kästen und Truhen, aber auch Schlüssel und Schlösser, die vermutlich in Osttirol hergestellt wurden, werden in einem Raum der Ausstellung präsentiert.

Ob Geld, Wertgegenstände, Urkunden oder auch Getreide und Kleidung – bis in die Neuzeit wurde fast alles in Truhen gelagert. Alte Kästen und Truhen, aber auch Schlüssel und Schlösser, die vermutlich in Osttirol hergestellt wurden, werden in einem Raum der Ausstellung präsentiert.

Von 2005 bis 2009 wurde der umfangreiche Bestand unter der Leitung der Kunsthistorikerin Sylvia Mader inventarisiert. Sie ist auch die Kuratorin der Ausstellung „Short Cuts“. „Die Funde aus Aguntum und der Umgebung von Lienz bilden den Grundstock der Sammlung. Viele Gegenstände kamen als Ankäufe, Schenkungen und Leihgaben in das Museum“, erklärte dazu Sylvia Mader. Die Bestände werden sachgemäß gelagert, wissenschaftlich bearbeitet und teilweise restauriert. Vorwiegend Objekte, die bis 1998 in der volkskundlichen Ausstellung zu sehen waren, werden nun wieder präsentiert, einige sind erstmals zu sehen. „Textil-, Eisen-, Gemälde- und KeramikrestauratorInnen haben zahlreiche Gegenstände restauriert. Einige Exponate sind nicht restauriert, es soll nämlich nicht ein geschönter, sondern ein realistischer Einblick in die Museumsarbeit vermittelt werden“, betonte die Museumsleiterin.

„Ready-mades" - also die Idee, Maschinen und Alltagsgegenstände zu Kunstwerken zu erheben - steckt hinter den im Rittersaal präsentierten Gegenständen.

„Ready-mades“ – also die Idee, Maschinen und Alltagsgegenstände zu Kunstwerken zu erheben – steckt hinter den im Rittersaal präsentierten Gegenständen.

Ein prähistorisches Elchgeweih, das im Bereich der Filialkirche St. Leonhard im Defereggental gefunden wurde, ist das älteste gezeigte Exponat. Es dürfte laut Sylvia Mader aus der Zeit vor 10.000 v. Chr. stammen. Schlaglichtartig werden Themen und Objektgruppen – wie Blaudruck, Keramik, Hüte – präsentiert. In einem Raum werden „Selbstbilder und Fremdbilder“ aus dem 399 Porträts umfassenden Bestand der Stadt Lienz gezeigt – unter ihnen Selbstporträts der Maler Franz Walchegger und Hugo Engl sowie des Bildhauers Karl Fuetsch. Im Raum „Sicher verwahrt“ werden Truhen, Schlüssel und Schlösser präsentiert. Im Rittersaal sind so genannt „Ready-mades“ zu sehen – also Maschinen und Alltagsgegenstände, die Künstler zum Kunstwerk erheben wollen. „Die alten Geräte und Maschinen(teile) der von Dr. Franz Kollreider zusammengestellten Sammlung bäuerlicher und gewerblicher Geräte wirken durch ihre Silhouetten. Sie sind auch wesentliche Erinnerungsobjekte der Region“, erklärte dazu Kuratorin Sylvia Mader.

Die Ausstellung „Short Cuts“ wird am Freitag, 13. Mai 2016, um 19.00 Uhr, im Museum der Stadt Lienz Schloss Bruck eröffnet. Die Schau ist bis zum Nationalfeiertag, 26. Oktober, geöffnet.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

10. Mai 2016 um