Kulturelles Gedächtnis des Bezirkes erweitert

Der bayerische Architekt und Maler Gerhard Leder hat dem Museum der Stadt Lienz Schloss Bruck Bleistift- und Tuschezeichnungen als Schenkung zur Verfügung gestellt.

Der bayerische Architekt und Maler Gerhard Leder hat dem Museum der Stadt Lienz Schloss Bruck Bleistift- und Tuschezeichnungen als Schenkung zur Verfügung gestellt. Die 61 Bleistift- und Tuschezeichnungen zeigen Motive aus der bäuerlichen Architektur und Kulturlandschaft Osttirols, die der Deutsche als Momentaufnahmen während seiner Osttirol-Urlaube in den vergangenen drei Jahrzehnten eingefangen hat. Leder skizzierte landwirtschaftliche Gebäude, Dorfstrukturen und sakrale Monumente. Einige der Zeichnungen schmücken das Buch „Heimat Osttirols“ seines Freundes und Studienkollegen Heinz Waschgler, durch dessen Vermittlung die Schenkung an das Museum auch zustande kam.

Der ehemalige Professor und Dekan der Hochschule Rosenheim, der auch an der Universität Innsbruck lehrte, hielt in seinen Zeichnungen die vergängliche Architektur der heimischen Landschaft fest. „Alte Bau- und Bauernkultur hat mich immer schon interessiert, leider verliert sie immer mehr ihr ursprüngliches Aussehen und verändert sich“, begründet Leder seine Arbeiten. „Wer will heute noch in einer Rauchkuchl wohnen, auf Modernität verzichten, auch wenn dabei Kultur verloren geht?“ Die letzten Blockhäuser Matreis, ein Futterhaus in Obertilliach, verwinkelte Hinterhöfe in Großdorf oder ein verfallender Stadel bei Virgen – Gerhard Lederer suchte Motive abseits touristischer „Trampelpfade“.

Das Museum der Stadt Lienz freut sich in doppelter Hinsicht über diese Schenkung, sind doch die festgehaltenen Augenblicke nicht nur in künstlerischer Hinsicht, sondern auch historisch wertvoll. So manches der festgehaltenen Objekte hat sein Aussehen bereits völlig verändert oder ist gar von der Bildfläche verschwunden. Die Arbeiten Leders sind somit Teil des kulturellen Gedächtnisses, das nun seinen Weg zurück in die Heimat gefunden hat und auch für Ausstellungen an ihren Entstehungsorten zur Verfügung stehen werden.

Text: Redaktion, Fotos: Museum Schloss Bruck, Lienz

05. April 2014 um