Schau zu Oswald Kollreiders 95. Geburtstag eröffnet

Rund 50 Werke des akademischen Malers Prof. Oswald Kollreider sind bis 19. Februar 2017 im Gemeindehaus seiner Wahlheimat Strassen zu sehen.

Professor Oswald Kollreider wurde am 27. Jänner 1922 im Kartitscher Ortsteil St. Oswald in eine Bergbauernfamilie geboren. Durch ein hartes Kriegsschicksal – er kehrte nach dem Zweiten Weltkrieg mit einer schweren Handverletzung aus Stalingrad zurück – begann er eine Künstlerlaufbahn. Er schulte sein bildnerisches Talent an der „Mal- und Zeichenschule Toni Kirchmayr“ in Innsbruck und bei den Professoren Karl Fahringer, Herbert Boeckl und Sergius Pauser an der Kunstakademie in Wien. Zahlreiche Studienreisen führten Oswald Kollreider in alle Welt. In seiner lebensbejahenden, optimistischen Ausrichtung stellt sein Werk eine markante Position in der modernen Kunstlandschaft Tirols dar.

Hermann Gassler: „Oswald Kollreider war ein unermüdlicher Zeichner und Maler. Wir stehen heute vor einem schier unüberschaubaren Werk.“

Zum 95. Geburtstag des Künstlers gestalteten seine Nichten und Neffen eine Ausstellung mit Temperas, Aquarellen und vor allem auch Skizzen im Gemeindehaus seiner Wahlheimat Strassen. Kollreider selbst lebt mit seiner Schwester Theresia in einer Wohnung des Gemeindehauses und konnte aus gesundheitlichen Gründen bei der Eröffnung am Samstag, 4. Februar, nicht anwesend sein.

Oswald Kollreider (Neffe des Künstlers): „Die Skizze ist für unseren Onkel eine wesentliche Ausdrucksform, mit der er Augenblicke festhält, Eindrücke formuliert, etwas, was ihn im Moment anspricht, zu Papier bringt. Bleistift und Skizzenblock hatte er ständig bei der Hand.“

„Nichten und Neffen von Oswald Kollreider organisieren diese Ausstellung in Liebe und Dankbarkeit für ihren Onkel und in großer Wertschätzung für sein künstlerisches Werk“, so Hermann Gassler, Gatte einer Nichte des Künstlers einleitend. Oswald Kollreider, ein Neffe des Künstlers mit gleichem Namen, hielt die Laudatio zur Ausstellungseröffnung. „Wenn man sein Werk überblickt, sehen wir Bilder mit religiösen Themen, Porträts, Landschaftsdarstellungen, Blumenbilder, Bilder mit Menschen bei der Arbeit und vieles mehr. Alle diese Arbeiten werden in Tempera oder als Aquarelle ausgeführt. Die Themen finden wir aber auch in Zeichnungen und in besonderem Maß in Skizzen wieder“, so Kollreider. Der Skizzenblock als ständiger Begleiter sei bei seinem Onkel so etwas wie ein „visuelles Tagebuch“ geworden. „Du kannst auf ein erfülltes Leben zurückschauen. Als Künstler genießt du große Wertschätzung, und als Vorbild wirkt dein wacher Geist und weiter Horizont“, so sein Neffe abschließend.

Bgm. Franz Webhofer: „Neben seinem künstlerischen Schaffen hat Prof. Oswald Kollreider unheimlich viel gestaltet, bewegt und mitgearbeitet – vor allem auch im kirchlichen Bereich.“

Der Strassener Bürgermeister Franz Webhofer betonte vor allem auch den Einsatz Kollreiders mit seinen Talenten und Fähigkeiten für die Dorfgemeinschaft. „Durch das Leben und Wirken Prof. Oswald Kollreiders ist die Gemeinde Strassen und die ganze Dorfgemeinschaft reich beschenkt. Der Künstler  ist vor allem auch mit einer Riesenportion Heimatliebe ausgestattet. Er hat das Glück, das er erlebt, und die Freude, die er empfunden hat, an die Einrichtungen und Menschen seiner Heimat weitergegeben. Wenn ein klares Wort erforderlich war, hat er seine Meinung gesagt. Er hat seinen Standpunkt vertreten und mit guten Argumenten untermauert, aber die Meinung der anderen immer respektiert“, so der Bürgermeister.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images, Osttirol heute/Kraner

07. Februar 2017 um