„Körperbilder“: Museum Schloss Bruck zeigt Werke des Bildhauers Hans Pontiller

In der Galerie im Westtrakt von Schloss Bruck wird am Freitag, 13. Juni, die Ausstellung „Körperbilder“ eröffnet. Und beinahe ist es wie ein „Heimkommen“ für den Tiroler Künstler Hans Pontiller und sein Werk.

Hans Pontiller ist in Jenbach geboren, stammt jedoch aus jener Dölsacher Familie, die seit dem 17. Jahrhundert im Lienzer Talboden nachweisbar ist. Sein Vater Andrä, ein Fassbinder, ließ sich in Nordtirol nieder und ebnete seinem Sohn zunächst den Weg ins Handwerk in Form einer Kunsttischlerlehre. Dass dies aber nicht sein Leben sein wird, war für den jungen Pontiller schon früh klar, spätestens, als er als Sechzehnjähriger auf den Stubaier Künstler Ludwig Penz traf.

 

Hans Pontiller porträtiert von Raimund Wörle

 

„Mein Drang, Bildhauer zu werden und nicht nur handwerklicher Schnitzer, wurde der Inbegriff meines Lebens, und danach strebte ich mit all meinen Fasern“, notierte er in seinen Lebenserinnerungen. Seine Ausbildung führte ihn auf die Kunstgewerbeschule, dann auf die Akademie der bildenden Künste in Wien. Ausbildung, das blieb Teil seines Lebens, als Lehrer an der Bundesgewerbeschule in Innsbruck. Oswald Oberhuber und Rudi Wach, aber auch der Virger Gottfried Fuetsch, sie alle waren seine Schüler.

 

„Der Waffenschmied“ – Vorarbeit zum Monumentalwerk in Steyr

 

Pontiller selbst beschäftigte sich Zeit seines Lebens mit aktuellen Strömungen in der Kunst, setzte sich dabei auch mit Künstlerkollegen auseinander, wie seine Freundschaften zu Max Weiler, Ernst Nepo oder Tony Angerer zeigen. So finden Skizzen von Weiler auch Eingang in die von der Matreier Kunsthistorikerin Ursula Marinelli gestaltenten Schau. „Im Fokus seines bildhauerischen Werkes steht immer der menschliche Körper mit all seinen Ausdrucksformen –Körperbilder, die sich immer wieder wandelten“, so die Kuratorin. „Einmal eine Form gefunden stellte er diese häufig in mehreren Versionen her.“

 

 

Es waren diese Formfindungen wie die „Europa auf dem sitzenden Stier“ oder die „Salome“, die seinen Ruhm als Bildhauer über die Landesgrenzen hinaus begründeten. Pontiller, der laut Überlieferung ein sehr disziplinierter Mensch war, vergaß nie seine künstlerischen Wurzeln, die im Handwerk gründeten. Sein unerschöpflicher Schaffensdrang, seine enorme Produktivität lässt auf ein vielseitiges bildhauerisches Werk blicken, das in Tirol des 20. Jahrhunderts seinesgleichen sucht. Er gilt zu Recht als einer der bedeutendsten Vertreter der klassischen Moderne im Bundesland.

 

 

Beinahe dreißig Jahre ist es her, dass dem heimischen Publikum Arbeiten Hans Pontillers zum letzten Mal vorgestellt wurden. Die Ausstellung im Westtrakt zeigt einen Querschnitt durch sein Ouevre. Ein großes Augenmerk wird dabei auf seine Arbeiten bewegter Frauenkörper gelegt. Sie folgen dabei einer eigenen faszinierenden Choreographie – in Bronze gegossen, gleichen sie einer erstarrten Tanzvorstellung.

Der Reigen der Tanzenden zeigt ein ästhetisches Ideal – ein Ideal, das sich bei Pontiller in einem neuen, modernistischen Stil manifestiert. Abstrahierend, aber nicht abstrakt, verbleibt er in einem Körperbild, das er mit all seinen Facetten künstlerisch auslotet.

 

KÖRPERBILDER – Hans Pontiller (1887 – 1970)

Vernissage am Freitag, 13. Juni 2025, 18.00 Uhr

Eröffnung durch Bgm. LA DI Elisabeth Blanik und Alt-LH DDr. Herwig Van Staa
Zur Ausstellung spricht Kuratorin Mag. Dr. Ursula Marinelli und für die Familie Dr. Roland Pollo

Anmeldung unter museum@stadt-lienz.at

Ausstellung ist bis Sonntag, 14. September 2025, zu sehen.

 

 

 

Text: Redaktion, Fotos: Stefan Weis

12. Juni 2025 um