Museum Schloss Bruck zeigt Jos Pirkners Schaffen

Ab Freitag, 22. Mai 2015, wird die Ausstellung „Figur und Raum“ über das vielfältige Werk des großen Osttiroler Künstlers Jos Pirkner auf Schloss Bruck zu sehen sein.

Bei einem Pressegespräch präsentierten Kurator Dr. Erich Marx, Museumsleiterin Silvia Ebner, die Lienzer Bgm. LA DI Elisabeth Blanik und Kulturausschuss-Obfrau Mag. Verena Remler unter Anwesenheit des Künstlers Prof. Jos Pirkner die Ausstellung „Figur und Raum“, die vom 22. Mai bis 26. Oktober im Museum Schloss Bruck zu sehen sein wird. „Danke, dass du uns mit dieser Ausstellung die Ehre gibst. Der Gemeinderat der Stadt Lienz hat einstimmig beschlossen, dir den Ehrenring zu verleihen. Viele Leute werden zur Verleihung kommen, bitte nimm das als Wertschätzung für deine Arbeit an“, so die Lienzer Bürgermeisterin. „Es ist für mich eine große Freude, in Räumlichkeiten auszustellen, wo Egger-Lienz überall spürbar ist“, meinte der Künstler.

Jos Pirkner: „Wenn ich heute so durch die noch nicht ganz fertig aufgebaute Ausstellung schlendere, denke ich mir einfach nur: Jos, es passt!"

Jos Pirkner: „Wenn ich heute durch die noch nicht ganz fertig aufgebaute Ausstellung schlendere, denke ich mir einfach nur: Jos, es passt!“

Der 87-jährige in Tristach lebende Künstler arbeitet bis heute an seinen Werken – er zeichnet, malt und formt unermüdlich weiter. Mit einem lebenden Künstler eine Ausstellung zu machen, ist das Schwierigste, meinte Kurator Dr. Erich Marx. „Malerei, Bildhauerei, Architektur, Design – wir wollen mit dieser Ausstellung die ganze Bandbreite von Jos Pirkners Werk präsentieren. Vor allem soll die Schau einen Einblick in die vielfältige Arbeit des Künstlers geben. Er arbeitet mit Techniken, die andere Künstler nur vom Hörensagen kennen“, so Marx.

Kurator Dr. Erich Marx: „Die Ausstellung zeigt frühe Metalltreibarbeiten, Skizzen, Kohlestifzeichnungen, Acrylgemälde, Wachs- und Tonmodelle und zahlreiche Bronzeplastiken."

Kurator Dr. Erich Marx: „Die Ausstellung zeigt frühe Metalltreibarbeiten, Skizzen, Kohlestiftzeichnungen, Acrylgemälde, Wachs- und Tonmodelle sowie  zahlreiche Bronzeplastiken. In Filmen ist zu sehen, wie Jos Pirkner in früherer Zeit gearbeitet hat und heute arbeitet.“

Verschiedene Kunstgattungen kombinierte der Osttiroler Künstler auch in seinen Planungen und Arbeiten für die Red Bull-Zentrale in Fuschl am See. „Auch hier überwindet Pirkner wieder Grenzen. Mit den 14 monumentalen Bullen hat er Europas größte Bronzeplastik geschaffen. Die Bullen sprengen das von ihm geplante Gebäude. Die Kraft der Stiere steht auch exemplarisch für den Kern seiner künstlerischen Arbeit, also die Darstellung von Körpern und Bewegung, das Festhalten eines Augenblicks“, so Marx. Die Ausstellung „Figur und Raum“ zeigt frühe Werke des Künstlers, Plastiken aus seiner Hauptschaffensperiode als Bildhauer und vor allem auch das, was ihn derzeit bewegt.

In aktuellen Werken spricht Jos Pirkner aktuelle gesellschaftspolitische und soziale Themen an, in diesem Werk beispielsweise den Hunger in der Welt.

In aktuellen Werken spricht Jos Pirkner aktuelle gesellschaftspolitische und soziale Themen an, in diesem Werk beispielsweise den Hunger in der Welt.

„Emotion und Qualität sind prägende Elemente in Pirkners Werk. Er will Menschen bewegen“, erklärte der Kurator. Die 47 Tonnen schwere Plastik in Fuschl am See bezeichnete er als „Großskulptur in der Landschaft“. Der Künstler selbst nannte die gesamte von ihm geplante Red Bull-Zentrale „eine Skulptur, die man begeht“. Die außergewöhnliche Architektur dieser beiden vulkanförmigen Baukörper und der ins Freie stürmenden Bullenherde hat international für großes Aufsehen und Bewunderung gesorgt. Einer dieser 14 Stiere begrüßt die Ausstellungs-Besucher vor dem Schlosstor. Auch die künstlerische Gestaltung eines Formel I-Boliden von Toro Rosso im Entwurfsstadium und in fertiger Ausführung werden zu sehen sein.

Prof. Jos Pirkners Leben und Werk ist die Titelstory der aktuellen Ausgabe des Osttirol Journals gewidmet

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

19. Mai 2015 um