Internationale Malerwochen: Künstlerisches Sommererlebnis in Hollersbach
Seit dem Jahr 1989 sind die Malerwochen fester Bestandteil des kulturellen Lebens im Pinzgau. Bereits zum 37. Mal bieten Peter Mairinger und Marika Wille-Jais im kommenden Juli und August ihre Malkurse in den Ateliers der Kunsthalle Kramerstall an.
Was als mutige Idee begann, ist heute eine künstlerische Institution: Die Internationalen Malerwochen in Hollersbach wurden 1989 von Peter Mairinger ins Leben gerufen. „Ausgangspunkt war eine Bekanntschaft zwischen dem damaligen Hollersbacher Bürgermeister Anton Kaserer und Martin Uitz, Chef der SalzburgerLand Tourismus AG, durch den ich in den Oberpinzgau gekommen bin. Bei der Gründung besonders unterstützt hat mich der damalige für Kultur zuständige Vize-Bgm. Ludwig Steiner.“
Gemeinsam mit Marika Wille-Jais hat Peter Mairinger die Malerwochen seinerzeit vom örtlichen Kulturverein übernommen.
Peter ist stolz darauf, dass es die Malerwochen auch heute noch gibt. „Zu Beginn herrschte eine gewisse Skepsis im Dorf, doch inzwischen sind wir ,anerkannt‘. Marika und ich freuen uns, dass die Kurse trotz steigendem Mitbewerber-Angebot immer nahezu ausgebucht sind.“ Von Beginn an war es das Ziel, ein Intensivprogramm für erwachsene Kunstinteressierte zu schaffen – leistbar, praxisnah und inspirierend.
„90 Prozent der Teilnehmer an den Malkursen sind weiblich. Die Kunstinteressierten kommen neben Österreich, Deutschland und der Schweiz aus Italien, den Niederlanden, Belgien, Slowenien und sogar aus Kanada und den USA“, erklärt Mairinger. Seit zwei Jahren arbeitet er in seinem Atelier in Bad Mitterndorf in der Steiermark, davor betrieb er ein Atelier in Seeham in Salzburg.

Anfangs waren die Kurse nur als dreiwöchige Programme buchbar, doch seit 2010 gibt es flexiblere Angebote von einer bis zu fünf Wochen. Im Fokus der Malerwochen steht die Malerei – vor allem mit Acrylfarben. „2022 haben wir das Angebot um die Handwerkswoche erweitert, in deren Rahmen wir versuchen, vielfältige Materialien in künstlerischer Form darzustellen – z.B. Schalen aus Seidenpapier, Plastiken aus Draht oder Objekte aus Weggeworfenem. Wir arbeiten bei den Handwerkswochen aber auch mit Steinen, Schwemmholz und vielem mehr“, so Mairinger.
Marika Wille-Jais bietet die Kurse „Abstrakte Malerei“ und „Der weibliche Akt“ an.
Neben Malkursen und der künstlerischen Handwerkswoche von Peter Mairinger stehen auch bei den 37. Internationalen Malerwochen Kurse der Künstlerin Marika Wille-Jais auf dem Programm, die ein eigenes Atelier in Tarrenz betreibt. Marika bietet die Kurse „Abstrakte Malerei“ und der „Der weibliche Akt“ an.

Nicht nur für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind die Malerwochen ein Highlight des Sommers, auch die Region profitiert. „Neben der touristischen Werbung bringen unsere Malerwochen eine nicht unerhebliche Umwegrentabilität“, ist Peter überzeugt. Gleichzeitig haben die Kurse die Kulturszene in der Region nachhaltig beeinflusst und vielleicht auch dazu beigetragen, dass die Bevölkerung offener für moderne Kunst geworden ist.

Heimat der Malerwochen ist die Kunsthalle „Kramerstall“ im Ortszentrum von Hollersbach. Die drei Ateliers in unterschiedlicher Größe können interessierte Künstlerinnen und Künstler während des ganzen Jahres mieten. Im kommenden Sommer bietet Peter Mairinger seine ein- bis vierwöchigen Kurse vom 4. bis 29. August an. An den zwei fünftägigen Kursen „Abstrakte Malerei“ von Marika Wille-Jais können Kunstinteressierte vom 9. bis 13. Juli oder vom 21. bis 25. Juli teilnehmen. Ihr Kurs „Der weibliche Akt“ findet vom 28. bis 31. Juli statt. Zu den Handwerkswochen lädt Peter Mairinger vom 28. Juli bis 1. August.
Für viele ist die Teilnahme an den Malerwochen mehr als ein Kurs – es ist auch ein Wiedersehen mit Gleichgesinnten. „Die Malerwochen haben Marika und ich seinerzeit vom örtlichen Kulturverein übernommen, der sich aufgelöst hatte. Wir lernten in den drei Jahrzehnten viele nette Menschen kennen und konnten auch Freundschaften knüpfen. Ich hoffe, dass es mir körperlich und geistig noch lange gut geht und dass ich die Malerwochen gemeinsam mit Marika noch viele Jahre als eine Art ,Familientreffen der Kunst‘ weiterführen kann“, betont Peter Mairinger abschließend.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Franz Reifmüller







