Erlebnis Burg Heinfels soll Geschichte(n) erzählen
Im Jahre 2020 soll die imposante Burganlage im Hochpustertal wieder öffentlich zugänglich sein. Neben dem musealen Teil ist auch ein Gastronomiebereich vorgesehen.
Die Vorbereitungsarbeiten für die Grundsanierung und das Nutzungskonzept der rund 800 Jahre alten Burganlage sind derzeit voll im Gange. Der Vorstand des im September 2014 gegründeten „Museumsvereins Burg Heinfels“ will die Burg in fünf Jahren öffentlich zugänglich machen. 5,2 Mio. Euro sind für die Grundsanierung veranschlagt. „Ende August 2015 soll die Machbarkeitsstudie, an der derzeit Architekten in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt arbeiten, fertig sein. Erst dann können wir weitere Schritte setzen“, so Schriftführer Peter Leiter. Die Stoßrichtung ist aber jetzt schon klar. „Aus der Burg Heinfels soll ein Gesamterlebnis werden. Die drei Säulen Museum, Events und Gastronomie fußen auf dem Fundament, das aus dem touristischen Mehrwert und der Wirtschaftlichkeit gebaut ist“, zeichnet Leiter ein anschauliches Bild.
Die wichtigsten Fragen, mit der sich derzeit die Planer beschäftigen, sind die allgemeine Raumaufteilung und die Sanierungsmöglichkeiten. Eine wichtige Detailfrage ist die Wiederaufbaumöglichkeit des 1932 eingestürzten Palas (Wohnturms) und jene, welche Form er danach haben soll. „Die Burg ist bis in das kleinste Detail vermessen. Die Grundsanierung findet unter der Prämisse statt, dass das Objekt am Ende nicht nur zugänglich, sondern vor allem sicher zugänglich sein muss“, betont Peter Leiter. Jedenfalls soll in der Burg kein klassisches Museum Platz finden. „Eigens gestaltete Räume sollen die bewegte Geschichte des rund 800 Jahre alten Objektes und die Historie des Hochpustertales erzählen“, erklärt der Vereins-Schriftführer.
Die Firma A. Loacker Tourismus GmbH, die das Objekt im Jahre 2007 gekauft hat, will einen Gastronomiebereich – bestehend aus einem Restaurant/Café und einigen Übernachtungsmöglichkeiten – einrichten. In der renovierten Burg werden verschiedene Events stattfinden – der Tourismus, die Gemeinden, Vereine oder auch Private werden die Räumlichkeiten für ihre Veranstaltungen mieten können. Auch die zusammengestürzte Kapelle soll wieder aufgebaut werden. „So ist es durchaus möglich, dass man in der Burg Heinfels irgendwann wieder Hochzeit feiern kann“, so Leiter.
In letzter Zeit haben sich die Vorstandsmitglieder einige vergleichbare Burgen und deren Nutzung in Süd- und Nordtirol angeschaut – die Burg Sand in Taufers, die Haderburg in Salurn, die Trostburg im Eisacktal oder Altfinstermünz in Pfunds. Die Frequenz der Burg Sand in Taufers mit rund 70.000 Besuchern jährlich hält Peter Leiter in Heinfels durchaus für realistisch. „Oberstes Ziel unseres Vereins ist es, den gesamten Betrieb, der aus einem öffentlichen und einem privatwirtschaftlichen Teil besteht, wirtschaftlich zu führen. Das Gesamterlebnis Burg Heinfels soll auch im Winter ein Zusatzangebot im Tourismus sein. Die Machbarkeitsstudie wird zeigen, was aufgrund der vorhandenen baulichen Substanz, der rechtlichen Rahmenbedingungen (Denkmalschutz) und des finanziellen Spielraums möglich ist. Dann werden wir mit Volldampf an der Realisierung arbeiten“, so Leiter abschließend.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Peter Leiter



