Kunstwerkstatt thematisiert mit „Gezeichnet“ den Krieg
Die Ausstellung „Gezeichnet“ mit Erich Mayrs Bildern vom Ersten Weltkrieg und aus den Nachkriegsjahren wird am 21. März 2014 in der Kunstwerkstatt Lienz eröffnet.
Erich Mayr wurde im Jahre 1890 in Brixen geboren, war als Kaiserschütze an vielen Kriegsschauplätzen eingesetzt und geriet Ende 1918 in französische Gefangenschaft. Er hat in dieser Zeit Tagebücher in Gabelsberger Kurzschrift verfasst. „Eine Enkelin Mayrs lebt in Osttirol. Sie verwaltet den Nachlass, der Tagebücher, Zeichnungen und Aquarelle enthält“, erklärt Mag. Rudolf Ingruber, Leiter der Kunstwerkstatt Lienz. Der aus Osttirol stammende Archäologe Prof. Dr. Harald Stadler hat die Tagebücher als einzigartige Dokumente eines österreichisch-ungarischen Soldaten entdeckt und den Kontakt zu Dr. Isabelle Brandauer hergestellt. Diese hat die Aufzeichnungen Mayrs wissenschaftlich aufgearbeitet und die Tagebücher im Vorjahr unter dem Titel „Der Krieg kennt kein Erbarmen“ beim Universitätsverlag Wagner veröffentlicht.
Erich Mayr war aber auch ein unermüdlicher Zeichner, der seine Eindrücke vor Ort festhielt und in den Techniken Bleistift, Feder, Kohle und Aquarell ausformulierte. Er war bis zu seiner Pensionierung 1955 in der Finanzlandesdirektion in Innsbruck tätig. „Als Autodidakt verfolgte er seinen Weg abseits der avantgardistischen Strömungen, die das kunsthistorische Bild dieser Zeit prägen. Er teilte mit ihnen den Anspruch einer Alternative zur nüchtern-entbehrungsreichen Wirklichkeit und griff dabei auf romantische Traditionen zurück“, so Rudolf Ingruber.
Die Ausstellung „Gezeichnet“ wird am Freitag, 21. März 2014, um 19.00 Uhr, in der Kunstwerkstatt Lienz, Lebenshilfe Tirol, eröffnet. Die einführenden Worte wird Dr. Isabelle Brandauer sprechen. Erich Mayrs Zeichnungen und Bilder sind bis 17. April 2014 zu sehen.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Kunstwerkstatt Lienz