Fulminanter Start der Anraser Musiktage mit „Christoph Moschberger und Da Blechhauf‘n”
Während draußen fast herbstliche Temperaturen herrschten, kochte am Freitag, 23. Juni, im ausverkauften Anraser Kultursaal zum Start der Anraser Musiktage die Stimmung über.
Das begeisterte Publikum ließ sich von einer Musikshow mitreißen, die in ihrer Intensität und in ihrer Professionalität kaum zu überbieten ist. Schließlich standen auf der Bühne Musiker der absoluten Spitzenklasse: Christoph Moschberger und Da Blechhauf’n. „Home“ – Heimat nennen die Künstler ihr Programm. Dahinter verbirgt sich jedoch alles andere als bierseliges Uff-Ta-Ta. Denn auch wenn die musikalische Heimat aller Protagonisten in der traditionellen Blasmusik liegt – darauf beschränkt hat sich keiner von ihnen.
Mit dem Programm „Home“ machten sich die acht Ausnahmemusiker auf eine musikalische Reise in ferne Kulturen und Klangwelten auf, um dann mit viel Spielfreude wieder wohlbehalten zu ihren Wurzeln, der traditionellen heimischen Blasmusik, zurückzukommen. So reichten die Stimmungen der dargebotenen Stücke von intimen Balladenmomenten über halsbrecherisch-virtuose Kapriolen bis hin zu erdig-treibenden Grooves. Und immer wieder blitzte der Blechhauf’n-typische Humor auf.
Dazu kam eine beeindruckende Bühnenshow: In Zusammenarbeit mit dem Karikaturisten Rupert Hörbst brachten Christoph Moschberger und Da Blechhauf’n ihre Musik als einzigartiges synästhetisches Konzertereignis auf die Bühne. Rupert machte die Stücke mit seinen animierten und live-gezeichneten Bühnenbildern zusätzlich visuell erlebbar. Das war dann eine ganz außergewöhnliche Mischung, weit abseits ausgetretener Blasmusikpfade – vielfältig, intim, emotional, lustig, energiegeladen.

Diese Kombination von Bildern, von technischem Können, einfühlsamen Interpretationen von Hits und Evergreens sowie echter Volksmusik sorgte für Gänsehautmomente. So zum Beispiel Rosanna von Toto, das dem Original so intensiv und detailliert nachempfunden wurde, dass es schon unwirklich erschien. Oder der Blondinenwalzer von Herbert Pixner, bei dem mit den Blasinstrumenten das tänzerische Walzer-Feeling perfekt vermittelt wurde.
Das Zusammenspiel war genial, so als käme die Melodie wie im Original aus einem Instrument. Oder „Children of Sanchez“, das sich langsam aus Melodiefetzen aufbaute, kurzzeitig vom Latino-Rhythmus in den Walzertakt wegbewegte, um sich dann wie selbstverständlich zum Original zu entwickeln. Und das alles ganz unaufgeregt und harmonisch.
Das Publikum dankte für dieses musikalische Feuerwerk mit Standing Ovations. Es verlangte nach Zugaben, die die Protagonisten gerne als Schlusspunkt des Konzertabends präsentierten. Beim gemeinsamen Umtrunk mischten sich Musiker und Publikum. Jetzt war die Begeisterung auch den Musikern anzusehen, die sich über so viel Euphorie und Sachverstand im kleinen Osttiroler Bergdorf Anras sichtlich freuten. „Die sind vom ersten Stück weg richtig mitgegangen“, so Christoph Moschberger, der zudem die Rahmenbedingungen in Anras und die Top-Organisation lobte.
Die Hochstimmung hielt bis weit nach Mitternacht an. Man fachsimpelte, erzählte oder freute sich einfach über den gelungenen Abend mit dieser glücklichen Symbiose aus deutschem Ausnahmetrompeter und österreichischen Blechlegenden. Am nächsten Vormittag gab es dann noch eine kurze Probe, bevor Christoph Moschberger und Da Blechhauf’n zu ihrem nächsten Ziel aufbrachen – zum Woodstock der Blasmusik.
Anras hingegen erwartet weitere Kapazunder: am Samstag, 8. Juli, die Brass Band Fröschl Hall und am Sonntag, 9. Juli, das Sinfonische Blasorchester Ried. Informationen und Tickets: www.anraser-musiktage.at
Text: Redaktion, Fotos: Verein Anraser Pfleghaus

