Fulminanter Ausklang der Gustav-Mahler-Musikwochen
Beim Abschlusskonzert der 35. Gustav-Mahler-Musikwochen in Toblach war auch der ehemalige italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano dabei.
Mit dem Orchester der Gustav Mahler Akademie klangen am Donnerstag, 30. Juli 2015, die 35. Gustav-Mahler-Musikwochen im Kulturzentrum Grand Hotel Toblach aus. Daniel Harding dirigierte die Sinfonie Nr. 2 in C-Dur und das Konzert für Violoncello und Orchester in A-Moll von Robert Schumann. Die diesjährigen Musikwochen waren heuer dem Thema „Das Judentum und der Antisemitismus zur Zeit Gustav Mahlers“ gewidmet. Als Jude war der Komponist großen Anfeindungen ausgesetzt, was zu einer Isolation und Fremdheit in der Welt geführt hatte.
2015 waren den Thema Semitismus und Antisemitismus eine Reihe hochkarätiger Vorträge gewidmet. Der wohl bekannteste Gegenwartsphilosoph Per Sloterdijk ging beispielsweise den philosophischen und religiösen Wurzeln des Antisemitismus auf den Grund. Mit Mahlers Sinfonie Nr. 1 wurden am 18. Juli die 35. Gustav-Mahler-Musikwochen eröffnet. Auf dem Programm standen bis zum 30. Juli unter anderem Mahlers Lieder eines fahrenden Gesellen, ein Klavierabend mit Matan Poratu, ein Konzert mit dem Leipziger Streichquartett und der litauischen Sopranistin Viktorija Kaminskaite sowie ein Konzert mit der Streicherakademie Bozen. In einer erstmaligen Zusammenarbeit mit der Gustav Mahler Akademie Bozen fanden gleich zwei Konzerte statt – das Abschlusskonzert und ein Robert Schumann gewidmeter Kammermusikabend am 25. Juli.
Auch heuer gibt es wieder das bewährte Kooperationsprojekt zwischen den Gustav-Mahler-Musikwochen und den Festspielen Südtirol, und zwar ein Konzert am 6. August mit dem Bayerischen Landesjugendorchester. Auf dem Programm stehen unter anderem Mussorgskis „Nacht auf dem kahlen Berge“ und die imposante Alpensinfonie von Richard Strauss.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Max Verdoes
