„fließen“: Osttiroler Künstlerin Hannelore Nenning zeigt Bilder von Fließgewässern

Einen wesentlichen Teil der Ausstellung in der Tiroler Kunsthalle Taxispalais in Innsbruck widmet Hannelore Nenning dem Isel-Fluss und dem Motiv-Schatz am Iseltrail. Eröffnet wird die Schau am Freitag, 14. März.

In der Ausstellung „fließen“ zeigt Hannelore Nenning Darstellungen unterschiedlichster Fließgewässer, beobachtet jeweils an charakteristischen Stellen ihres Laufs. Alle Exponate, Aquarelle und Radierungen, will sie als „Gewässer-Portraits“ verstanden wissen. „Lebendige Gewässer sind in ihrem Erscheinungsbild ebenso verschieden wie menschliche Individuen. Das Konzept der Ausstellung basiert auf der Idee, die Besonderheiten bestimmter Flusslandschaften durch Gegenüberstellungen hervorzuheben: Ein kleines Bild des Tiefland-Flusses Lafnitz kann dann neben der Darstellung eines burgenländischen Waldbächleins hängen“, so die Künstlerin.

Besonders viel Raum wird bei dieser Werk-Schau Gewässer-Bildern aus Nord- und Osttirol geboten. „Aus meiner Heimat Osttirol habe ich eine Auswahl von Isel-Bildern mitgebracht, denn wir feiern heuer freudig das ,Jahr der Isel‘. Nach jahrzehntelangem, mühevollem Ringen konnte dieser großartige Gletscherfluss stückweise in Schutzzonen hineingerettet werden, zuerst sein Oberlauf in den Nationalpark Hohe Tauern, dann der Unterlauf in das Natura-2000-Gebiet“, erklärt Nenning.

In den „Isel-Bildern“, die vom 15. März bis 27. April 2025 im Taxispalais in Innsbruck zu sehen sind, setzt die Osttiroler Künstlerin Eindrücke um, die sie auf dem Weitwanderweg Iseltrai gewonnen hat.

In einer weiteren Werkgruppe widmet sie sich alpinen Sehenswürdigkeiten aus Nordtirol – nämlich dem stillen Platzertal und den zur Ausleitung bestimmten Ötztaler Bächen. „Das Platzertal und seine Moore sollen in einem Stausee ertränkt werden. Falls Jahrzehnte alte Verwertungspläne verwirklicht werden, wird das Wasser aus dem Ötztal in Zukunft den Achfällen fehlen, die für ihre eindrucksvoll rauschenden Wasser-Kaskaden weit über Österreichs Grenzen hinaus berühmt sind. Dem Ötztal würde dann statt der prächtigen Achfälle über große Zeiträume nur eine öde Steinhalde bleiben, durch die sich Restwasser-Rinnsale müde den Weg bergab suchen müssen“, befürchtet Nenning.

Die Nordtiroler Exponate werden als Kernstück der Ausstellung in der großen Halle des Taxispalais zu sehen sein. „Damit verknüpft sich die Hoffnung, dass die Betrachterinnen und Betrachter meine Sichtweise nachvollziehen und der schlichten Erkenntnis folgen werden, die da lautet: Schönheit ist unteilbar“, so die Künstlerin.

„Die Position von Hannelore Nenning könnte man als aktivistische Aquarellmalerin bezeichnen. Seit Jahrzehnten porträtiert sie virtuos die alpinen Wasserläufe Tirols und Österreichs – die spezifischen und unterschiedlichen Formen des fließenden Wassers, das sich durch die Landschaft schlängelt. Nenning lädt uns ein, diese vielfältigen Formen des fließenden Wassers, die allesamt Habitate schaffen, zu bewundern und genau zu überlegen, ob wir bereit sind, sie für den Fluss des Kapitals zu zerstören“, beschreibt Kuratorin Nina Tabassomi die Kunst Hannelore Nennings.

 

Ausstellung „fließen“ von Hannelore Nenning

Taxispalais Kunsthalle Tirol, Maria-Theresien-Str. 45, 6020 Innsbruck

Eröffnung:
Freitag, 14. März 2025, 19.00 Uhr

Öffnungszeiten:
15. März bis 27. April 2025
Dienstag bis Sonntag, 11.00 bis 18.00 Uhr, Donnerstag, 11.00 bis 20.00 Uhr

 

 

Text: Redaktion, Foto: Nenning

10. März 2025 um