Erfolgreiche Initiative in Anras: Ein Jahr „Kultur aus dem Pfleghaus“

Der Start war nicht einfach, doch die Protagonisten des Vereins hatten viele Ideen, um das Anraser Pfleghaus zu einem überregional ausstrahlenden Ort der Begegnung zu machen.

Der erste Schritt des Vereins Anraser Pfleghaus unter der Führung von Obmann Bgm. Johann Waldauf war die Suche nach Geld. „Schnell wurden wir fündig, denn nahezu alle heimischen Unternehmen erklärten sich bereit, als Sponsoren zum Teil erhebliche finanzielle Mittel bereitzustellen. Darüber hinaus konnten über ein Leader Projekt mit tatkräftiger Unterstützung des Regionsmanagements Osttirol Möbel und die technische Ausstattung angeschafft werden”, berichtet der Obmann.

Dann wurden die Ideen in die Tat umgesetzt und an die 30 Veranstaltungen auf das Jahr verteilt organisiert. Der Verein Anraser Pfleghaus initiierte das vielfältige Programm. Die Anraser Vereine betreuten die Veranstaltungen und zeigten damit mit viel Engagement und beispielhaftem Gemeinsinn, wie ausgeprägt Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt in der Gemeinde sind.

Ein wahrer Publikumsmagnet war das Drohnenfestival, bei dem es viel zu staunen gab.

 

Gestartet wurde mit regionalen Veranstaltungen für Zielgruppen, die nicht so sehr im Fokus kultureller Aktivitäten stehen. Gemeinsam mit dem Theaterverein wurden die Osttiroler Spielleiter zu einem Regieworkshop eingeladen, mit der Anraser Volksschule die umliegenden Volksschulen zu einer Kinderoper und mit dem Herrn Pfarrer der Seelsorgeraum zu einem Seniorenevent.

Im Sommer gab es dann eine Kinder-Kunstakademie mit abschließender Ausstellung, bei der die Kinder stolz ihre Werke präsentieren durften. Erste überregionale Aufmerksamkeit bekam „Kultur aus dem Pfleghaus” mit der Vorführung des preisgekrönten Films „Große Freiheit“ über die Verfolgung Homosexueller in der Nachkriegszeit. Spektakulär war das Drohnenfestival, das gemeinsam mit zwei Anraser Freaks organisiert wurde und BesucherInnen aus ganz Österreich anzog.

 

Jos Pirkner präsentierte seine Werke im Rahmen der Ausstellung „Kunst im Raum“.

 

Die Bullenbegrüßung im Juni kündigte die Ausstellung von Jos Pirkner für den September an. „Diese Ausstellung war ein Glücksfall für das Pfleghaus. Sie war zugleich ein Akt der Wertschätzung für diesen großen Osttiroler Künstler”, freut sich Johann Waldauf. Die Sommerausstellung „Was ist schon heilig?“, kuratiert vom Volkskunstmuseum, zeigte, dass sich das Pfleghaus hervorragend für solche Zwecke eignet.

Anras ist eine Hochburg der Musik. Im Rahmen von „Kultur aus dem Pfleghaus” wurden einige ungewöhnliche Konzerte präsentiert: ein Kammerkonzert, ein Liederabend und ein Salonquintett, alle mit Künstlern des Tiroler Symphonie-Orchesters. Beim Publikum besonders großen Anklang fanden auch „Orgel plus Puschnig“, ein Dialog von Orgel und Saxophon, das fetzige Jubiläumskonzert von Anras Brass gemeinsam mit Titlá und Waldauf3 und – als organisatorischer Kraftakt – die Anraser Musiktage. Unter anderem begeisterten die Pfeffersberger aus Südtirol, und das Engagement der Weltklasse-Formation „German Brass“ war zugleich ein Statement, was in Zukunft von dieser Initiative noch zu erwarten ist.

Als ehemaliger Gerichts- und Verwaltungssitz der Brixener Bischöfe will das Anraser Pfleghaus die historischen Beziehungen nach Südtirol wieder aufleben lassen. Zwei hochkarätig besetzte Veranstaltungen von Dolomiti Live, organisiert vom RMO, und die sehr gut besuchte Ausstellung „Pustertaler Kulturpflanzenvielfalt: Saatgutfest und Sortenausstellung“ waren der Anfang.

 

Beim Wochenende der Begegnung präsentierte auch Sylvia Manfreda, Künstlerin der Kunstwerkstatt Lienz, ihre Werke.

 

Beim Wochenende der Begegnung gemeinsam mit der Kunstwerkstatt Akzent Bruneck und der Kunstwerkstatt Lienz wurde sichtbar, wie sehr sich Strukturen, Aktivitäten, aber auch Bedürfnisse diesseits und jenseits der Staatsgrenze gleichen, und wie wichtig ein Ort der Begegnung und des Austauschs für alle Beteiligten ist.

Den Abschluss fand der Veranstaltungsreigen 2022 mit dem traditionellen Anraser Bergadvent, der erstmals in die historischen Räume des Pfleghauses verlegt wurde. Das stimmungsvolle Ambiente überzeugte auch Servus TV: Es wurde fleißig gedreht, und am 22. Dezember 2023 wird das Ergebnis in der Sendereihe „Heimatleuchten“ ausgestrahlt.

„Der Anfang ist gemacht. Das erste Jahr Kultur aus dem Pfleghaus hat gezeigt, was die Bevölkerung von Anras schaffen kann, weil sie zusammenhält und zusammenarbeitet. Jetzt läuft die Planung für 2023. Das geneigte Publikum darf gespannt sein”, so Obmann Bgm. Johann Waldauf abschließend.

 

Text: Redaktion, Fotos: Verein Kultur aus dem Pfleghaus

14. Februar 2023 um