Eine Zeitreise durch den Lienzer Talboden
Das bietet die Ausstellung „Schlaglicht“ des TAP (Tirol Archiv Photographie), die ab 25. September in Form eines Fotofilms im Turm von Schloss Bruck zu sehen ist.
Verschiedene Bestände des TAP sowie Dauerleihgaben der Stadt bildeten den riesigen Pool von etwa 20.000 Fotos, welchen die beiden Kuratoren Dr. Martin Kofler (TAP) und Mag. Monika Reindl-Sint (kunstkontakt) für die aktuelle Ausstellung „Schlaglicht“ durchforsteten. „Wir haben die Fülle an Fotos nach den Themen ‚Raumentwicklung‘ sowie ‚politische und soziale Geschichte‘ der Stadt und ihrer Umlandgemeinden durchgesehen und vorsortiert, um einen ‚Kamerablick‘ zu erhalten,“ schildert Reindl-Sint die Vorarbeiten zur Ausstellung. Schließlich habe die Suche nach geeignetem Material in Filmepisoden gemündet, die thematisch nach Kategorien wie etwa „NS-Zeit und Wiederaufbau“, „Das unbekannte Lienz“ oder „Expansion, 1950 bis zur Gegenwart“ geordnet wurden“, ergänzt Martin Kofler.
Die auf einer großen Leinwand auf der ersten Ebene des Turms von Schloss Bruck gezeigte Bilderreise dauert etwa 25 Minuten und wird von Erklärungen und Erzählungen wahlweise in Deutsch, Englisch und Italienisch begleitet. Alte Ortsaufnahmen sind ebenso zu sehen wie Alltagsschnappschüsse oder Streiflichter auf die unbekannte Stadt oder auch „verschwundene“ Gebäude. Zusätzlich umrahmen neun Bildtafeln die Leinwand. Sie beleuchten die Besiedlungsveränderung und berichten vom Wachstum wie auch vom Zusammenwachsen der Stadt und der umliegenden Gemeinden. Dabei ist auch der älteste Stadtplan von Lienz zu sehen, der auf 1606/08 datiert ist.
Die Ausstellung „Schlaglicht“ ist bis zum 27. Oktober 2013 sowie im nächsten Jahr von Mai bis Oktober 2014 auf Schloss Bruck geöffnet. Nach der TAP-Ausstellung im Herbst nächsten Jahres soll der Turm des Schlosses restauriert werden.
Silvia Ebner lädt alle Interessierten auch zum Schlossherbst 2013 ein. Bereits zum dritten Mal findet heuer im gesamten Bereich der Görzer Burg eine Veranstaltungsreihe für alle Geschmäcker statt. Am 29. September startet das neue Format „Sonntags-Matinee“, das bis 27. Oktober jeweils Sonntagvormittag um 11.00 Uhr gesellige Kulturliebhaber anspricht. Spezielle Führungen und Vorträge wie „Lienz in historischen Ansichten – Raumplanung gestern, heute und morgen“ oder „Die vielen Gesichter einer Ehe“ mit Referenten wie DI Klaus Seirer, Dr. Martin Kofler, Elisabeth Pedit, Univ.-Doz. Dr. Meinrad Pizzinini oder Univ.-Prof. Dr. Harald Stadler bieten Wissenswertes und Unterhaltsames. Den Anfang macht Mag. Rudolf Ingruber, der am 29.9. um 11.00 Uhr anhand der aktuellen Ausstellung mit Werken von Hermann Pedit die „Kunst in Osttirol nach 1945“ beleuchtet.
Nähere Informationen über das reichhaltige Programm auf Schloss Bruck unter www.museum-schlossbruck.at
Text und Fotos: Judith Goritschnig


