Ein fesselnder Musikgenuss: Die Gustav Mahler Musikwochen in Toblach

Das Festival präsentiert vom 13. bis 29. Juli eine Vielfalt an Symphoniekonzerten, Ensembles und herausragenden Solisten, ergänzt durch ein Symposium mit Musiker:innen aus aller Welt.

Auch dieses Jahr hat der künstlerische Leiter der Gustav Mahler Musikwochen Toblach, Josef Lanz, ein herausragendes Programm erstellt, das das Erbe Gustav Mahlers in der „wunderherrlichen“ Dolomitenregion 3 Zinnen zelebriert.

Symphonische Meisterwerke

Das Eröffnungskonzert am 13. Juli verspricht ein faszinierendes Erlebnis: Die 4. Symphonie von Mahler wird in einer neuen Bearbeitung für Kammerorchester vorgestellt, dazu die selten aufgeführte dramatische Szene „Infelice“ von Felix Mendelssohn und vier Orchesterlieder dessen ebenfalls hochbegabter Schwester Fanny. Das Jewish Chamber Orchestra Munich unter der Leitung von Daniel Grossman und die gefeierte Sopranistin Chen Reiss stehen dabei im Rampenlicht.

 

Das Jewish Chamber Orchestra unter der Leitung von Daniel Grossmann bringt bei der Eröffnung der diesjährigen Gustav Mahler Musikwochen am 13. Juli unter anderem Mahlers 4. Symphonie zur Aufführung.

 

Ein weiterer Höhepunkt ist die Aufführung des ergreifenden Schlusssatzes aus Mahlers 3. Symphonie durch das Mahler Orchestra Toblach am 17. Juli und Max Bruchs beliebtes 1. Violinkonzert, interpretiert von der erst 18-jährigen Geigenvirtuosin Yuki Serino.

Am 19. Juli erwartet das Publikum der „Mahler Höhepunkt“ des Festivals, seine monumentale 6. Symphonie, die sogenannte „Tragische“, dargeboten vom Orchestra Sinfonica di Milano unter der Leitung von Michael Sanderling. Das Kammerensemble des Orchestra for the Earth präsentiert am anderen Ende des Spektrums Mahler als intimes Erlebnis, sein Adagio aus der 10. Symphonie in einer Bearbeitung für 8 Musiker:innen zusammen mit Werken von Alban Berg und Richard Strauss.

Den Abschluss bildet am 29. Juli das Kammerorchester Camerata Vitilo unter der Leitung von Yuki Kasai mit Werken von Mozart, Beethoven und Charles Ives.

Intime Kammermusik und faszinierende Ensembles

Kleinere Ensembles bieten ebenfalls fesselnde Konzerterlebnisse: Agnes Palmisano, Andreas Teufel und Daniel Fuchsberger präsentieren Wiener Lieder zum 150. Geburtstag von Ludwig Gruber und Arnold Schönberg. Der renommierte französische Pianist Lucas Debargue entführt das Publikum in die Welt von Beethoven, Fauré und Chopin.

Das Arcadia Quartet & friends ehrt Hubert Stuppner zu seinem 80. Geburtstag mit einer Aufführung seiner „Paraphrasen nach Mahlers Liedern“, während Werke von Mahlers Kompatrioten Antonin Dvorak sowohl vom jungen rumänischen Ensemble Esperanza als auch vom etablierten tschechischen Škampa Quartet dargeboten werden.

 

Das Škampa Quartet spielt Werke von Antonin Dvorak.

 

Innovation und Entdeckung

Das Programm wird durch einen Abend mit Uraufführungen von Werken junger Komponist:innen noch vielfältiger gestaltet. Das El Cimarrón Ensemble unter der Leitung von Clemens Heil präsentiert diese Werke gemeinsam mit der Sopranistin Alexandra Lampert-Raschke und dem Pustertaler Bläserquintett Die Blechzinnen. Dieses Ensemble wird auch Werke von Mahler am Komponierhäuschen interpretieren. Darüber hinaus treten junge Blechbläser am 27. Juli mit dem Euregio Jugendblasorchester auf.

Für die Kinder gibt es am 25. Juli einen kostenlosen Musikworkshop „Entdecke die Welt der Klänge“ unter der Leitung von Musikvermittler Max Calanducci. Zusätzlich präsentiert die Autorin Gabriele Reiterer ihr Buch über Mahlers Tochter Anna Mahler, die vor allem als Bildhauerin bekannt ist.

Während der gesamten Mahlerwochen ist außerdem die Ausstellung „Das Lied von der Erde“ zu sehen, eine Kooperation zwischen den Gustav-Mahler-Musikwochen und Künstler:innen der Vereinigung UNIKA, einer Plattform für Skulptur, Malerei, Drechslerei und Fotografie von lokalen und regionalen Künstlern.

Musikwissenschaftliche Erkundung

Der Klang von Gustav Mahlers Musik – ihr idiosynkratischer „Ton“ – ist unverwechselbar, ob im kammermusikalischen Lied oder im groß besetzten Orchester, und steht im Mittelpunkt des internationalen musikwissenschaftlichen Symposiums „Gustav Mahlers Klang: Zwischen Schaffensprozess, Interpretation und Rezeption“. Vom 18. bis 20. Juli beleuchten renommierte Experten aus aller Welt Mahlers Klangwelt aus verschiedenen Perspektiven mit Vorträgen und Diskussionsbeiträgen in deutscher und englischer Sprache.

Ticketreservierung: www.kulturzentrum-toblach.eu oder +39/0474 976 151

 

Text: Redaktion, Fotos: Orchestra Sinfonica die Milano, Thomas Dashuber, Scampa Quartet

06. Juni 2024 um