Doyen der Lienzer Kunstszene verstorben

Im Alter von 81 Jahren ist der prominenteste Osttiroler Kunstschaffende der Nachkriegszeit, Hermann Pedit, am 26.11. verstorben. 2013 hatte er den Lienzer Ehrenring erhalten.

Hermann Pedit war nach Ehrenbürger Albin Egger-Lienz erst der zweite Künstler, der sich über eine derart hohe Auszeichnung der Stadt Lienz freuen konnte und damit für sein außergewöhnliches Kunstschaffen gewürdigt wurde. Pedit, 1933 in Lienz geboren, erhielt nach einer vom Krieg geprägten, schweren Kindheit erste Ausbildungen an der Zeichenschule Kirchmayr in Innsbruck. Später studierte er bei Sergius Pauser und Fritz Wotruba an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. In den 50er-Jahren sorgte er in der Wiener Kunstszene für Furore, übersiedelte dann aber nach Lienz, wo er den Betrieb seines Vaters übernahm. In seinem großen, besonders beeindruckenden Zyklus „Nacht der Seele“ verarbeitete Hermann Pedit seine Eindrücke vom Krieg am Balkan. Bilder aus diesem einzigartigen Zyklus waren in einer großen Retrospektive auf Schloss Bruck im Jahr 2013 – in diesem Jahr erhielt er auch das Verdienstkreuz des Landes Tirol –  ebenso zu sehen wie Selbstporträts, die von Kubismus, Surrealismus und Expressionismus geprägten Bilder der 1950er- und 1960er-Jahre und einige der großen Landschaftsbilder, die Pedit in seinem Anfang der 1990er-Jahre gebauten Gartenatelier am Brennerleweg schuf. Der Osttiroler Maler war neben Oswald Kollreider Mitglied beim 1956 von Franz Walchegger und Josef Manfreda gegründeten Akademischen Künstlerbund Osttirol und Mitbegründer der Wiener Galerie Synthese. Darüber hinaus gilt er auch als einer der Gründungsväter der Städtischen Galerie in Lienz. Hermann Pedit hinterlässt seine Gattin Elisabeth und seine drei Kinder Gaudens, Veit und Hemma mit Familien. Das Begräbnis findet am 5. Dezember um 13.30 Uhr in Lienz statt.

Im Sommer 2013 porträtierte Raimund Mühlburger den außergewöhnlichen Künstler für das Magazin „Osttirol Journal“. Hier der Bericht zum Nachlesen.

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Text. J. Hilgartner, Foto: Osttirol Journal

28. November 2014 um