Dölsach zwischen Revolution und Katastrophe
Erschütternde Katastrophenbilder, berührende Geschichten und private Familienfotos werden in einer Ausstellung in Aguntum vom 23.8. bis 14.9. gezeigt.
„Eine solche Schau hat es bislang noch nicht gegeben“, ist sich Edi Moser, Obmann des Vereins „K.u.K. Gebirgsartillerieregiment Kaiser Nr. 14“ sicher. Mühevoll haben Moser und seine freiwilligen Mitarbeiter über Monate hinweg Fotomaterial und Erinnerungsstücke von Privatpersonen aus Dölsach gesichtet und gesammelt. „Die Geschichte und das Leben in unserer Gemeinde zur Zeit Kaiser Franz Josefs aufzuarbeiten, war für unseren Verein schon länger ein Anliegen. Die Neugierde hat uns angetrieben“, berichtet der Hobbyhistoriker. Höhepunkte der Ausstellung sind die detaillierte Beschreibung einer Pilgerreise nach Jerusalem und ein Stück der damaligen Kirchenglocke. „Wir haben eine Armbinde und eine Pfeife eines Pilgerreisenden aus Dölsach“, schwärmt Moser über einen ganz besonderen Fund. Rund um die 120 Erinnerungsstücke gibt es die passenden Erzählungen in Form von Schautafeln mit Bildern dazu. So erfährt der Besucher Wissenswertes über die Themen Schulwesen, Fremdenverkehr, Wirtschaft, Verwaltung, Berühmtheiten, große Unglücke und vieles aus dem „ganz gewöhnlichen“ Dorfleben. Zahlreiche Anekdoten geben Aufschluss über den damaligen Alltag: 1911 z. B. beschloss der „alte Eder“ vom heutigen Tiroler Hof ein Auto zu kaufen, da es ihm mit den Pferden zu mühsam geworden war. Diese und ähnliche Geschichten sind es, die die Ausstellung „Dölsach zwischen Revolution und Katastrophe nach 1848 bis 1925“ zum Leben erwecken. Ganz nebenbei entdeckt der ein oder andere womöglich seine Vorfahren.
Ausstellungseröffnung mit Tusch
Die Musikkapelle, die Schützenkompanie und das K.u.K. Gebirgsartillerieregiment aus Dölsach werden bei der Ausstellungseröffnung am Samstag, 23. August, um 20.00 Uhr in Aguntum aufmarschieren und ein Tongemälde „Der Traum eines Österreichischen Reservisten“ von Carl Michael Ziehrer aufführen. Gottfried Kalser, Vizeleutnant i.R. und Mitarbeiter im Forum „I. Weltkrieg“ am Institut für Archäologien an der Universität Innsbruck, hält einen Vortrag über die Geschehnisse der damaligen Zeit. Ihm folgen Markus Wurzer mit seiner Rede „Mythos Gebirgskrieg“ (29. August, 19.30 Uhr) und Michael Forcher zum Thema „Festtage unter Gewitterwolken“ (5. September, 19.30 Uhr). Für all jene, die noch tiefer in die Geschichte eintauchen wollen, veranstaltet Aloisia Mair von der Bücherei Dölsach einen Workshop im Kurrentlesen und -schreiben (Samstag, 30. August, 17.00 Uhr).
Josef Bödenler (vulgo Siggitzer) rechts im Bild mit Maultier, Tragtierführer in den Dolomiten, um 1916
Josef Bödenler (vulgo Siggitzer) rechts im Bild mit Maultier, Tragtierführer in den Dolomiten, um 1916
Text: Isabella Lukasser, Fotos: Leihgabe Fam. Zojer, Leihgabe Fam. Bödenler und Verein „K.u.K. Gebirgsartillerieregiment Kaiser Nr. 14“

