Die schöne Müllerin: Musicbanda Franui feiert an der Staatsoper Berlin Premiere

Ausnahmebariton Florian Boesch, Puppenspieler und Regisseur Nikolaus Habjan sowie die Musicbanda Franui interpretieren in Berlin Franz Schuberts Liederzyklus „Die schöne Müllerin” neu.

Für die Musicbanda Franui galt es schon längst als ausgemacht, dass Schuberts „Die schöne Müllerin” jener Liedzyklus sei, dem man sich einmal zur Gänze widmen wolle. Schon allein des Baches wegen. Dessen „Wiegenlied” sei eigentlich für die Besetzung einer alpenländische Stubenmusik geschrieben. So lautet die Vermutung. Fix ist hingegen: Der Ausnahmebariton Florian Boesch muss — natürlich — singen. Mit ihm ist das Ensemble in einer jahrelangen Zusammenarbeit verbunden, die auf dem gefeierten Album „Alles wieder gut” (2020) eindrücklich dokumentiert ist.

Aber die „Müllerin” in dieser neuen musikalischen Leseart ist kein Konzert. Und kein „richtiger” Liederabend. Ein Schauspiel schon gar nicht. Sie wird auch nicht „veropert”. Sie wird einfach nur in einem neuen Format zu entdecken sein — und dafür ist zuallererst Nikolaus Habjan verantwortlich. Er agiert als Puppenspieler, Rezitator und Kunstpfeifer zwischen und mit den Musikerinnen und Musikern auf der Bühne und zeichnet obendrein auch für die Regie verantwortlich.

Mit minimalen szenischen Mitteln entsteht ein bewegendes Stück Musiktheater — auf der Vorbühne, mit spärlicher Möblierung, wenigen Requisiten, mit ein paar Puppen, Sesseln und Notenpulten. Dafür gibt es viel Raum für Wort, Stimme, Klang und Spiel, frisch und wunderhell.

Die Premiere findet am Freitag, 26. Mai, um 19.30 Uhr, an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin statt, bevor „Die schöne Müllerin” u. a. an der Elbphilharmonie Hamburg, der Oper Graz oder bei den Bregenzer Festspielen zu erleben sein wird. Alle Termine hier

 

Text: Redaktion, Foto: Raffaela Proell

17. Mai 2023 um