Der Sehnsucht von Weihnachten nachspüren

Wenn sich am 7.12. in Berg i.D. der Vorhang hebt, dann werden rd. 40 Akteure der Theatergruppe und SängerInnen das „Berger Hirtenspiel“ zur Aufführung bringen.   

Nur alle 10 Jahre bietet sich die Gelegenheit, diese außergewöhnliche Darstellung der Ereignisse rund um die Geburt Christi vor mehr als 2 000 Jahren mitzuerleben. Außergewöhnlich ist dabei nicht nur der inhaltliche Aufbau des Hirtenspieles, sondern auch die Form der Inszenierung, für die sich die Theaterbegeisterten aus der Oberdrautaler Ortschaft entschieden haben. Auf das Jahr 1868 geht der Originaltext des Stückes zurück, als Autor gilt Konrad Sattlegger (vlg. Aichholzer) aus Berg im Drautal, der in seiner ganz speziellen Hirtenspiel-Version nicht nur das eigentliche Weihnachtsgeschehen behandelt, sondern auch der Herodesgeschichte, dem Dreikönigsspiel und einer Räuberszene breiten Raum gewidmet hat. Ganze Generationen von Laienschauspielern aus der Gemeinde Berg im Drautal sind seit 1868 mit dem „Berger Hirtenspiel“ auf der Bühne gestanden. Wie oft dies der Fall war, darüber gibt die umfangreiche Sammlung zum Berger Hirtenspiel mit Hinweisen auf die Jahre 1938, 1948, 1960, 1980 und ab 1994 im Zehnjahresrhythmus Auskunft. „In der heutigen Konstellation kommt das Stück, immer abwechselnd mit dem ebenfalls nur alle 10 Jahre gespielten ,Berger Jedermann‘, zur Aufführung“, berichtet Anita Profunser, seit 1999 Obfrau des Berger Theatervereins. Wer mit ihr spricht, erkennt rasch, mit wieviel Herzblut sie und die Vereinsmitglieder bei der Sache sind. „Im heurigen Frühjahr haben wir mit den ersten Vorbereitungen begonnen. Wesentlich war dabei vor allem auch die gedankliche Arbeit. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, das Hirtenspiel text- und inhaltlich zwar in originaler Form umzusetzen, die Thematik aber in das Heute, in die Gegenwart zu holen. Seit September feilen wir intensiv an unserer Darstellung, am 23. November fand die erste Gesamtprobe mit allen Beteiligten statt“, so die Obfrau. Das Bemühen, einen Jetzt-Zeit-Bezug herzustellen, kommt nach ihren Angaben auch darin zum Ausdruck, dass die Darsteller keine historisch anmutenden Kostüme tragen werden. „Wir wollen das Publikum zum Nachdenken anregen, die Menschen berühren und sie veranlassen, der Sehnsucht, die uns alle bewegt, nachzuspüren. Es geht uns auch darum, neue Perspektiven auf Fragen unserer Zeit aufzuzeigen. Uns ist es wichtig, Traditionen nicht nur zu erhalten, sondern ihnen auch neues Leben einzuhauchen“, ergänzt Jutta Jester, die gemeinsam mit Anita Profunser die Spielleitung inne hat.

Ein Teil des Ensembles bei den Proben fu?r das Berger Hirtenspiel 2014, das am 7. Dezember Premiere feiert.

Ein Teil des Ensembles bei den Proben fu?r das Berger Hirtenspiel 2014, das am 7. Dezember Premiere feiert.

Josef Sattlegger ist seit 1999 Mitglied und engagiert sich bei der aktuellen Theaterarbeit als Koordinator, wie er selbst seine Tätigkeit umschreibt. Er erzählt, dass neben den fünf Originalliedern aus dem Berger Hirtenspiel auch eine ganz besondere Instrumentalmusik zwischen den Szenen zu hören sein wird. „Schon vor einiger Zeit haben wir im Wallnerhaus in Lind a.d.D. diese Musik aufgenommen“. Das Bühnenbild des Berger Hirtenspieles 2014 stammt vom Berger Bildhauer Hans-Peter Profunser, der sich darin mit der ewig aktuellen Flüchtlingsthematik auseinandersetzt. „Alle Elemente – Bühnenbild, Technik, Chor, Musik und Schauspieler – spielen zusammen, um dieses reizvolle historische Stück lebendig und aktuell vorzuführen“, ist es Anita Profunser wichtig, festzuhalten. 17 „Herzblutschauspieler“ und 20 SängerInnen und MusikantInnen sind ebenso Teil des Teams der diesjährigen Aufführung wie viele engagierte HelferInnen im Hintergrund. „Bis am Ende des Stückes das hoffnungsfrohe Lied ,O Jubel, o Freud‘ erklingt, erwartet das Publikum ein toller Theaterabend!“

Die Premiere zum „Berger Hirtenspiel 2014“ findet am Sonntag, 7.12., um 20.00 Uhr, im Mehrzweckhaus Berg im Drautal statt. Weitere Gelegenheiten, sich auf ganz besondere Form auf den Advent einzustimmen, bieten sich am Donnerstag, 11.12., Freitag, 12.12., und Sonntag, 14.12., jeweils ab 20.00 Uhr. Karten sind im Vorverkauf (€ 14,-) in allen Bankstellen der Raiffeisenbank Oberdrautal-Weissensee und an der Abendkasse (€ 16,-) zu erhalten.

Weitere Infos: 0650/2608601 – Josef Sattlegger, www.bergtheater.com

Text: E. Hilgartner, Fotos: Brunner Images

02. Dezember 2014 um